Heilbronn

Erbrechtstage in Heilbronn: Breites Hilfs- und Beratungsangebot

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Pflege und Vorsorge stehen beim Forum der Erbrechtstage der Kreissparkasse im Vordergrund

Von unserem Redakteur Jürgen Paul
Der Betreuungsverein Heilbronn kümmert sich um Patienten- und Betreuungsverfügungen und ist immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern. Foto: Veigel
Der Betreuungsverein Heilbronn kümmert sich um Patienten- und Betreuungsverfügungen und ist immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern. Foto: Veigel

Vorsorgen für den Ernstfall − ein Thema, das viele Menschen vor sich herschieben. Wer beschäftigt sich schon gerne mit der eigenen Pflegebedürftigkeit oder dem Ableben geliebter Menschen? Dass es sinnvoll und wichtig ist, sich möglichst früh mit diesen heiklen Fragen zu beschäftigen, zeigen die dritten Erbrechtstage der Kreissparkasse (KSK) Heilbronn. Von 8. bis 23. November deckt das Institut mit etlichen Veranstaltungen alle relevanten Fragestellungen rund um die Themen Nachfolge, Erben, Stiften ab.

Pflege

Das Forum am Freitag und Samstag stand unter den Überschriften "Vorsorge treffen" und "Umgang mit dem Ernstfall". In Fachvorträgen unter der Pyramide der Kreissparkasse ging es um Patientenverfügung, Betreuungsvollmacht, Pflegeberatung, Wohnberatung, und Testamentsvollstreckung. An elf Ständen regionaler Organisationen konnten sich die Besucher umfassend informieren. Am Samstag fanden allerdings nur wenig Interessierte den Weg in die Kreissparkasse, mit dem Zuspruch am Freitag war KSK-Generationenmanager Joachim Pfau aber sehr zufrieden.

Karin Söhner vertritt den Pflegestützpunkt Heilbronn, der sich als unabhängige Anlaufstelle für alle Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen versteht. "Leider ist unser Angebot in der Öffentlichkeit noch nicht so bekannt, wir müssen präsenter sein", sagt Karin Söhner. Veranstaltungen wie die Erbrechtstage seien wichtig, um die Bürger über die Leistungen der Pflegestützpunkte wie etwa kostenlose Beratung − auch zu Hause − aufzuklären.

 


 

Auch der Kreisseniorenrat Heilbronn wirbt für seine Arbeit, will mit den Besuchern ins Gespräch kommen. "Viele Menschen trauen sich nicht zuzugeben, dass sie Hilfe brauchen", weiß der Vorsitzende Richard Siemiatkowski-Werner. Deshalb hat der Kreisseniorenrat das niederschwellige Projekt "Mitreden & Mitgestalten" ins Leben gerufen. Senioren können hier schriftlich oder telefonisch ihre Sorgen und Probleme mitteilen und die Hilfe der Experten in Anspruch nehmen.

Hilfe bietet auch der ASB Heilbronn-Franken an. Der ASB verzeichnet steigende Nachfrage an Tagespflege-Angeboten, wie Mitarbeiterin Jessica Jagel berichtet. Auch recht neue Angebote wie junge Pflege stehen hoch im Kurs. In Bad Mergentheim betreibt der ASB eine Seniorenresidenz speziell für Pflegebedürftige unter 60 Jahre.

Betreuung

Spezialisten für Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen finden sich im Betreuungsverein Heilbronn. Der Beratungsbedarf nehme stetig zu, sagt Geschäftsführerin Stefanie Loos, die immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern ist. Einen "riesengroßen Bedarf" gibt es in Deutschland an Betreuungskräften, weiß Tetiana Darchiashvili von Faircare, einem Fachdienst des Vereins für internationale Jugendarbeit. Faircare vermittelt Betreuungskräfte aus Osteuropa, die hier legal und sozialversicherungspflichtig beschäftigt bei den Pflegebedürftigen arbeiten. Mindestens 2200 Euro kostet eine solche Betreuungskraft pro Monat.

 

 

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