61. Deutsche Weinkönigin wird heute in Heilbronn gekürt

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Heilbronn - Heute Abend findet in der Heilbronner Harmonie das Finale zur Wahl der 61. Deutschen Weinkönigin statt. Sechs Kandidatinnen greifen nach der Krone: auch die Heilbronner Hochschulstudentin Christl Schäfer. Im Gespräch mit Kilian Krauth bricht die 24-Jährige eine Lanze für das traditionsreiche Amt und spricht von einem "modernen Marketinginstrument".



Heilbronn - Heute Abend zwischen 20.15 und 22 Uhr wird die neue Deutsche Weinkönigin gewählt: in einer TV-Show in der Heilbronner Harmonie. Württembergs Kandidatin Christl Schäfer (24) hat sich fürs Finale qualifiziert. Im Gespräch mit Kilian Krauth bricht die Heilbronner Hochschulstudentin eine Lanze für das traditionsreiche Amt und spricht von einem "modernen Marketinginstrument".


Christl Schäfer repräsentierte als Württemberger Regentin die Region. Nun wird ihre Nachfolgerin gewählt. Foto: Archiv/Veigel
Christl Schäfer repräsentierte als Württemberger Regentin die Region. Nun wird ihre Nachfolgerin gewählt. Foto: Archiv/Veigel
Wie stehen Ihre Chancen?

Christl Schäfer: Ich habe mein Ziel erreicht: das Finale. Wer gewinnt, ist schwer einzuschätzen. Wir sind alle sechs stark und liegen nah beieinander. Die 90-köpfige Jury wird's nicht leicht haben.


Wo waren bei der Qualifikationsrunde eigentlich Ihre Fans?

Schäfer: Bei der Traubenlese. Nur meine Eltern konnten sich abseilen, warfen sich in Schale und stärkten mir in der Harmonie den Rücken. Aber diesen Freitag wird aus Fellbach der Fanclub mit einem Bus ins Unterland rollen.


Wie bereiten Sie sich vor?

Schäfer: Wir Kandidatinnen haben uns am Mittwochabend im Insel-Hotel getroffen, am Donnerstag wurden die Abläufe durchgesprochen. Viel Zeit bleibt jetzt nicht mehr. Ich versuche mich zu entspannen und gehe früh ins Bett.


Ist das Amt einer Weinkönigin denn überhaupt noch zeitgemäß?

Schäfer: Monika Reule hat es auf den Nenner gebracht. Die Chefin des Deutschen Weininstitutes spricht von einem modernen und gut funktionierenden Marketinginstrument, über das man viele Menschen und Medien erreicht.


Warum haben Sie sich denn für das Amt beworben?

Schäfer: Weil ich von klein auf dauernd gefragt wurde. Bei einer Infoveranstaltung des Weinbauverbandes merkte ich dann: Das ist eine tolle Sache, über die ich die Branche kennen lerne. Das kann nicht schaden - als Studentin der Weinbetriebswirtschaft.


Aber kommt man sich denn nicht ein bisschen doof vor, dauernd herumgereicht zu werden?

Schäfer: Man wird nicht einfach so herumgereicht. Es geht darum, Fachwissen weiterzugeben. Äußerlichkeiten spielen keine Rolle. Das unterscheidet uns von Schönheitsköniginnen und anderen Produkthoheiten. Bei uns zählt der Inhalt, nicht die Show.


Der Gesamtetat für das Event liegt bei einer Million Euro. Lohnt der ganze Aufwand überhaupt?

Schäfer: Logisch, sonst hätte es seit 1949 nicht schon 60 Königinnen gegeben. Auch das Fernsehen wäre dann nicht dabei. Der Marketingeffekt ist enorm: nicht nur für den Wein, sondern diesmal auch für Heilbronn und die ganze Region.


Sie waren jetzt ein Jahr Württemberger Königin. Da kommt man ganz schön rum. Wo wächst der beste Wein?

Schäfer: Gute Tropfen gibt es überall. Die Kunst ist, zu wissen, was zum jeweiligen Anlass passt. Vor einem Jahr konzentrierte ich mich auf Spätburgunder und Kerner, heute schätze ich die Vielfalt.


Was hat sich für Sie noch verändert?

Schäfer: Ich hatte 150 Termine, da lernt man natürlich aufzutreten und zu organisieren.


Das Privatleben hat nicht gelitten?

Schäfer: Doch, schon. Aber ich habe versucht, die Familie und meinen Freund so gut es geht in die Termine einzubinden oder das Private eben drumherum zu organisieren. Beim Studium lief alles gut.


Und wie geht es bei Ihnen weiter?

Schäfer: Ich werde sicher noch ein Jahr an der Hochschule Heilbronn studieren und dann mit meinem Bachelor einen Job im Bereich Weinmarketing anstreben. Wenn ich aber eine der drei Kronen bekomme - also als Prinzessin oder gar Königin - kommen bestimmt noch einige spannende Optionen dazu, ansonsten werde ich meine restliche Zeit als Württemberger Weinkönigin vollends genießen.


Hintergrund: Nach der Wahl ist vor der Wahl

Unabhängig vom Ausgang der heutigen Wahl amtiert Christl Schäfer noch vier Wochen als Württemberger Weinkönigin. Am Freitag, 6. November, wird in Esslingen ihre Nachfolgerin gewählt. Vier junge Frauen haben sich fristgerecht beim Weinbauverband beworben: Manuela Ziegler (20) aus Grantschen, die bereits im Vorjahr angetreten war, Malin Holzapfel (25) aus Neckarsulm, Sandra Weber (21) aus Nordheim und Juliane Nägele (22) aus Hessigheim. Alle vier haben nach Angaben von Verbandssprecher Gerhard Schwinghammer „einen weinfachlichen Hintergrund im Familienbetrieb, durch das Studium oder die Ausbildung und Tätigkeit in einem Weinbaubetrieb“.

Eintrittskarten für die festliche Abendveranstaltung gibt es für 55 Euro unter Telefon: 07134/8091 oder auch per E-Mail: info@weinbauverband-wuerttemberg.de

Impressionen auf stimme.de

Die Wahlshow in der Heilbronner Harmonie überträgt das SWR-Fernsehen diesen Freitag, 20.15 bis 22 Uhr, live. Bereits ab 18.15 Uhr läuft im Dritten die Vorberichterstattung. Die Heilbronner Stimme berichtet am Samstag und am Montag ausführlich. Neben einem aktuellen Video zeigen wir ab Samstag eine Bildergalerie auf stimme.de.

Diese sechs Kandidatinnen greifen heute nach der Krone (von links): Sonja Christ aus dem Weinanbaugebiet Mosel, Christine Dautermann für Nahe, Christl Schäfer für Württemberg, Isabell Kindle für Baden, Marleen Herr für Sachsen und Kerstin Fliege für Saale-Unstrut.  (Foto: dpa)







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