Damit das Erbe bei den Richtigen ankommt
Heilbronn wird heute und morgen zum Mekka der Nachlasspfleger und Nachlassrichter. Dann lockt die Hoerner-Bank 250 Experten auf den Bildungscampus.

Am Freitag veranstaltet die Hoerner-Bank den zehnten Deutschen Nachlasspflegschaftstag auf dem Bildungscampus, der mit einem Festakt heute Abend eingeläutet wird. 250 Nachlasspfleger und Juristen aus ganz Deutschland tauschen sich bei dem Treffen über aktuelle Themen rund um das komplexe Thema Erben aus.
Die auf Erbenermittlung spezialisierte Hoerner-Bank rief den Nachlasspflegschaftstag im Jahr 2008 ins Leben, "weil das Thema sehr stiefmütterlich behandelt wurde", wie Rechtspfleger und Hoerner-Bank-Mitarbeiter Thomas Lauk erläutert, der die Tagung leitet. Die Resonanz der Premiere in Neckarsulm war seinerzeit so positiv, dass die Veranstaltung für Bankchef Ralf Hirschfeld fortan gesetzt war − und zwar jedes Jahr in einer anderen Stadt.
Kein langweiliges Thema
Das Thema Nachlasspflege ist alles andere als langweilig. Immer dann, wenn es nach einem Todesfall keine Erben gibt oder diese nicht bekannt sind, ernennt das Nachlassgericht einen Nachlasspfleger, der das Erbe sichern muss. Auch wenn es Streit um das Erbe gibt, was bei Erbengemeinschaften häufig der Fall ist, kommt der Nachlasspfleger als Vermittler ins Spiel. Als Testamentsvollstrecker sind die Experten ebenfalls gefragt.
Bei der weltweiten Erbenermittlung und der wirtschaftlichen Abwicklung des Erbes hat sich die Hoerner-Bank in ihrer 168-jährigen Geschichte einen exzellenten Ruf erarbeitet und ist für die Nachlasspfleger ein wichtiger Partner. "Wir haben aktuell rund 2500 Fälle in Bearbeitung, um die sich knapp 60 Mitarbeiter kümmern", berichtet Vorstandschef Ralf Hirschfeld. Dazu kommt ein weltweites Netzwerk an Korrespondenten, die den Heilbronnern bei der häufig komplizierten Erbensuche helfen. In etwa 85 Prozent der Fälle werden die Erben gefunden − zu den restlichen 15 Prozent gehören auch solche Erbschaften, bei denen sich die Suche nach den Erben nicht mehr rechnet.
Im Durchschnitt geht es um 200.000 Euro
Denn natürlich sind es nicht immer Millionennachlässe, für die der rechtmäßige Besitzer gesucht wird. "Im Durchschnitt geht es um eine Erbsumme von 200.000 Euro", macht Hirschfeld die Dimension deutlich. Und wenn die Hoerner-Bank-Experten tatsächlich keinen Erben ermitteln können? "Dann greift das Fiskuserbrecht", sagt Nachlasspfleger Thomas Lauk. Das Erbe fällt also an den Staat.
Neben den zahlreichen juristischen Fragen, die Nachlasspfleger und -richter bei der Tagung diskutierten, soll der Nachlasspflegschaftstag dem Austausch dienen, der in diesem Berufsstand nicht sonderlich ausgeprägt sei, wie Lauk erläutert. "Unser Anspruch ist, eine seriöse, juristisch hochkarätige Fortbildung für Nachlasspfleger und Nachlassrichter zu bieten und gemeinsam in den Dialog zu treten, um über den Tellerrand hinauszuschauen", betont er.
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