Blumensommer: 5500 Besucher beim Auftaktwochenende
Nordheim - Spaziergänge mit einer Kräuterfrau, spaßige Walkacts mit dem Entertainer Jo Brösel, der die Besucher zum Küssen, Hüpfen und vor allem zu herzhaftem Lachen verleitet. Eine hochwertige Gartenmöbelausstellung. Der Blumensommer bietet nicht nur eine farbenfrohe Vielfalt an Blumen.
Nordheim - Das ist ja so peinlich. „Küssen!“, steht auf dem kleinen Schild. Alle Augen starren auf die Auserwählten. Wer nicht Folge leistet – zack, zack – dem eilt Jo Brösele mit der Trillerpfeife hinterher. Ein Heidenspaß des Entertainers beim Walkact im Rahmen des Nordheimer Blumensommers. Natürlich nur für jene, die ungeschoren davonkommen. „Bist Du allein“, ruft Brösele Dietmar Ade aus Asperg zu, der einmal zu lange in seine Richtung geguckt hat. „Nein? – Dann gib alles.“ Und weil das nicht genügt, pustet der Spaßmacher auch noch ein kleines, aufblasbares Mikro auf, interviewt den verdutzten Ade und seine Lebensgefährtin Elisabeth Trautwein, die zumindest noch bis zu diesem Moment das kulinarische Angebot, Tausende Blumen und das unterhaltsame Rahmenprogramm des Blumensommers in vollen Zügen genossen haben.
Verwöhnt
Theater, Schmieden, Zaubereien – „Es gibt so viele Angebote für Kinder hier“, schwärmt Christine Breuninger aus Leingarten, die mit ihrem Nachwuchs, Luise (4) und Jakob (1), die kleine Gartenschau besucht. Ihre Mutter Marie-Luise lobt die gepflegte, drei Hektar große Anlage: „Hier sieht’s aus, wie in einem Kurgarten.“ Der könnte nach dem Geschmack von Edgar Hemminger aus Kupferzell allerdings etwas größer sein. Verwöhnt von der Rappenauer Landesgartenschau hatte er andere Dimensionen erwartet. „Preis und Leistung stimmen“, meinen hingegen Thomas und Martina Friz mit Ronja (8) aus Freudenthal. Sie sind schon vor zwei Jahren auf dem Gelände gewesen. Sechs Stunden genießen sie nun bereits das Blumenparadies, sitzen am idyllischen Bachlauf. Zehn Euro für einen ganzen Tag? „Da kann man doch nicht meckern“, sagt der Vater und streckt entspannt die Beine aus.
Vis-à-vis fliegen die Späne. Dort bearbeitet Gregor Oehmann aus Großaspach in schweißtreibender Arbeit mit der Kettensäge einen acht Meter langen Eichenstamm. Bis zum Ende der Blumenschau will der Holzbildhauer eine weibliche Figur schaffen – ein mit dem Schnitzeisen ausgestalteter Kopf und langes, hochgestecktes Haar, das der 45-Jährige lediglich mit dem Schwert der Säge formen und mit dem Winkelschleifer glätten wird.
Wer den kleinen literarischen Rundweg beschreitet, wird entführt in eine entrückte Welt. „Für einen guten Freund gibt es keinen Preis – nichts wiegt seinen Wert auf.“ Wer will schon an der Weisheit dieses fast 2200 Jahre alten Spruchs von Jesus Sirach zweifeln? In die Rosenkulturen haben die Kirchengemeinden viel Geist gesteckt – machtvolle Worte.
Komposition
Literatur, Poesie und Blumen – damit ist die Schau überschrieben. „Es ist schön, wenn zweier Rosen Röte ineinander brennt“, dichtete Kerner. Und Geibel: „Kornblumen flecht’ ich Dir zum Kranz.“ Feinsinnige Zeilen haben die Gärtner passend kombiniert mit farbenfrohen Pflanzen und damit eine prachtvolle Komposition zwischen Kopf- und Handarbeit geschaffen.
Weitere Infos unter www.blumensommer.de

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