900 neue Stellen in Abstatt
Eine Investition von 64 Millionen Euro in den Standort Abstatt hat gestern Franz Fehrenbach, Vorstandsvorsitzender der Geschäftführung der Robert Bosch GmbH, in Gerlingen angekündigt. Bis zu 900 zusätzliche Arbeitsplätze sollen in dem Forschungs- und Entwicklungszentrum entstehen

Derzeit arbeiten 2500 Mitarbeiter in diesem Zentrum, das 2004 in Betrieb genommen wurde. Der rasante Zuwachs ist vor allem der Bosch Engineering GmbH (BEG) zuzuschreiben, die kräftig boomt. Die Firmentochter bietet externe Ingenieurleistungen an. Mit 13 Mitarbeitern 1999 gegründet, ist sie in Abstatt auf derzeit 940 Beschäftigte gewachsen. Allein im letzten Quartal 2007 kamen 100 hinzu. Weitere 700 bis 800 sollen es werden, dazu 80 Mitarbeiter von Bosch-Motorsport, die von Markgröningen in die Heilbronner Landkreisgemeinde umsiedeln werden, erläutert BEG-Geschäftsführer Bernhard Bihr gegenüber unserer Zeitung. Mit 100 Mitarbeitern mehr wird bei der Bosch Chassis Control (CC) bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Erweiterungsbaus gerechnet.
Wie Standortleiter Martin Windhab erläutert, soll die Erweiterung bis Anfang 2010 fertig werden. Ein fünftes Gebäude, ausgestattet mit umfangreicher Forschungstechnik, muss erstellt werden. Mit 180 Metern Länge wird es so groß sein, wie jetzt das bisher größte. Der Bau soll möglichst umweltfreundlich erfolgen. Laut Windhab werden bei den in wenigen Wochen beginnenden Arbeiten etwa 100 000 Tonnen Erdaushub anfallen. Sie sollen weitgehend wieder auf dem Gelände untergebracht werden. Dies, so Windhab, erspare Emissionen von 350 Tonnen CO2, die sonst durch Lkw-Fahrten entstünden.
Das Wachstum wird trotz positiver Ergebnisse im Inland vor allem vom Ausland getragen. 21 neue Standorte wurden 2007 eröffnet, mehr als 8000 der 10 000 neuen Mitarbeiter wurden außerhalb Deutschlands eingestellt. Damit schreitet die Verlagerung der Konzernaktivitäten vor allem in Richtung Asien, aber auch in Richtung Amerika schnell voran. Bis 2015 würden bis zu zwei Drittel des Umsatzes außerhalb Europas erwirtschaftet, prognostiziert Bosch-Chef Fehrenbach.
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