Heilbronn

270 neue Miniwohnungen in der Heilbronner Innenstadt

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Wohnungsbauunternehmen plant Mikroapartments auf dem Dinkelackergelände an der Sülmerstraße und jetzt auch noch in der früheren Tagesklinik und in einem Neubau beim Shoppinghaus

Von Bärbel Kistner
Die frühere Tagesklinik hinterm Shoppinghaus steht leer und wird saniert, auf dem Gelände davor ist ein neues Gebäude geplant für insgesamt 124 Wohnungen. Foto: Andreas Veigel
Die frühere Tagesklinik hinterm Shoppinghaus steht leer und wird saniert, auf dem Gelände davor ist ein neues Gebäude geplant für insgesamt 124 Wohnungen. Foto: Andreas Veigel

Der Markt für kleine Wohnungen, sogenannte Mikroapartments, boomt auch in Heilbronn. Die wachsende Zahl von Studenten und Single-Haushalten sorgt für eine Nachfrage für das Wohnen auf kleinster Fläche - und ruft Investoren auf den Plan. Das Rastatter Bau- und Bauträgerunternehmen Weisenburger realisiert gleich zwei Projekte mit insgesamt 270 Miniwohnungen und einem Projektvolumen von 40 Millionen Euro.

Zuhause auf 20 Quadratmetern

Alleine die Größe ist nicht das Unterscheidungsmerkmal zur klassischen Ein-Zimmer-Wohnung. Von Mikroapartments, die auch größer als 20 Quadratmeter sein können, spricht man dann, wenn in einem Gebäude nur Wohnungen dieses Typs vorhanden sind.

145 Apartments entstehen demnächst auf dem ehemaligen Dinkelackerareal an der Sülmerstraße. Das zweite Projekt soll in der ehemaligen Tagesklinik hinterm Shoppinghaus und auf einem angrenzenden Grundstück umgesetzt werden - zusammen 2000 Quadratmeter Fläche.  

Weisenburger will das frühere Klinikgebäude sanieren und 51 Mikroapartments unterbringen sowie einen Neubau mit 73 weiteren Mini-Wohnungen realisieren. Der Bauantrag ist eingereicht, "eine Baugenehmigung haben wir noch nicht", erklärt der zuständige Niederlassungsleiter Daniel Fischer. Anfang 2018 möchte der Bauträger mit den Bauarbeiten beginnen um bis Mitte 2019 fertig zu sein.

Kapitalanlage

So sollen Neubau und Umbau einmal aussehen: Die Nähe zur Innenstadt und zum Hochschulcampus machen die Lage für kleine Wohnungen ideal, sagt der Projektentwickler aus Rastatt.
Visualisierung: Weisenburger
So sollen Neubau und Umbau einmal aussehen: Die Nähe zur Innenstadt und zum Hochschulcampus machen die Lage für kleine Wohnungen ideal, sagt der Projektentwickler aus Rastatt. Visualisierung: Weisenburger

Die Wohnungen sollen an Einzelinvestoren verkauft werden. Ein externer Partner soll die späteren Eigentümer betreuen, sich der Vermietung und der Hausmeisterdienste annehmen, sagt Daniel Fischer. Wer ein Mikroapartment als Kapitalanlage kaufe, "will investieren und sich sonst um nichts kümmern". Nur mit diesem Service ließen sich solche Wohnungen gut verkaufen. Daniel Fischer rechnet mit einem Quadratmeterpreis zwischen 4000 und 4500 Euro.

Für Weisenburger sind die Projekte in Heilbronn "ein toller Einstieg in das noch relativ junge Produktsegment der Mikroapartments", betont Geschäftsführer Sven Müller. Mit Blick auf die demografische Entwicklung in Deutschland und den allgemeinen Immobilientrend in den Zentren der Großstädte sei es ideal, "sich in diesem Markt zu positionieren".

Das Unternehmen baut zudem in der Stadtausstellung Neckarbogen derzeit zwei Mehrfamilienhäuser mit unterschiedlich großen Wohnungen. "Heilbronn ist für uns ein äußerst attraktiver Wachstumsmarkt", bekräftigt Sven Müller.

Zentrale Lage

Für die Standorte der beiden Mikroapartment-Projekte spreche die "absolut zentrale Lage in der Innenstadt und die Nähe zum Campus". Auf dem 3000 Quadratmeter großen Dinkelacker-Areal in der Fußgängerzone entsteht zudem ein großer Rewe-Lebensmittelmarkt.

Visualisierung: Weisenburger
Visualisierung: Weisenburger

Eigentlich hätten die Arbeiten dort längst beginnen sollen, doch haben archäologische Funde den Baustart für die drei Neubauten verzögert. Vorwiegend habe man Keller aus dem Mittelalter entdeckt, berichtet der Investor. Seit Ende August liegt das Gutachten vor, jetzt dürfe weitergebaut werden.

Archäologische Funde

Die Ausgrabungen werden dokumentiert, danach könne das Bauunternehmen loslegen, sagt Fischer. Geplant ist der Baubeginn noch in diesem Jahr. Die Fertigstellung ist für das Projekt an der Sülmerstraße ebenfalls für Mitte 2019 vorgesehen. Die 117 Apartments in drei Neubauten und die 28 Apartments im vorhandenen Bestandsgebäude will Weisenburger komplett an einen Anleger verkaufen, der die Wohnungen dann vermieten wird.

 

 

 
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