Viel Puste für Afrika
182 Grundschüler erlaufen beim Sponsorenlauf für Unicef 7500 Euro − Hälfte des Geldes für Spielgeräte

Untereisesheim - Mit Feuereifer, roten Bäckchen und neckischen Schiebermützen laufen sie, laufen Runde um Runde. 182 Kinder der Grundschule Untereisesheim sind gestern für Unicef in Bewegung. 7500 Euro werden sie auf diese Art und Weise erarbeiten. Dass am Mühlbachsee in Untereisesheim etwas Besonderes im Gange ist, zeigt sich bereits an der Menschenmenge, wenn man um die Ecke biegt. Da stehen die Landfrauen mit insgesamt 23 Kilogramm Wassermelone, in appetitliche Schnitze geschnitten. Einen Tisch weiter bietet der Förderverein Obst und etwas zum Trinken an. Eltern feuern Kinder an.
Listen Die Lehrerinnen stehen mit ihren Klemm-Mappen da, um jede einzelne gelaufene Runde abzuhaken. Rektorin Elisabeth Szirniks hat sich ganz vorne aufgestellt. Jeden ihrer Schüler kennt sie mit Namen, schon von weitem ruft sie den Schützlingen Dinge zu. Etwa "nicht so schnell" oder "du machst das klasse" oder "super Tempo". Die Rektorin ist Feuer und Flamme für ihre Kinder, das spürt man. Dass Ausdauer gefragt ist, nicht Schnelligkeit, haben die Schüler in mehreren Gesprächen mit auf den Weg bekommen. Eine Runde um den See sind etwa 500 Meter. Djuric Fernandez aus der vierten Klasse gehört mit seinen 17 Runden klar zur Gruppe der Vielläufer. Jedes Kind durfte sich Sponsoren suchen, die den Einsatz der Schüler mit einem Geldbetrag unterstützen. Die Schüler laufen so lange wie sie können oder ihnen die Puste ausgeht. Die Affenhitze der vergangenen Wochen bleibt den Mädchen und Buben zum Glück erspart. Doch die Beine schmerzen trotzdem. Auch die zierliche Talita beginnt ihren Geburtstagsmorgen mit diesem Lauf, nach fünf Runden ist sie fertig. "Mir tut die ganze rechte Seite weh", berichtet das Mädchen, das dank ihrer Sponsoren − Mama, Papa und die Großeltern − 25 Euro erlaufen hat. Talita findet den Sponsorenlauf gut, weil "Kinder in Afrika glücklich werden". Unter anderem mit einem Film wurden die Untereisesheimer Grundschüler informiert, dass es in Afrika nicht selbstverständlich ist, dass Kinder in die Schule gehen dürfen.
Hälfte Über 1500 Schulen machen beim Unicef-Sponsorenlauf mit. Das Prinzip ist einfach: Eine Hälfte der eingenommen Spendensumme geht an die Bildungsinitiative von Unicef, die andere Hälfe darf die Schule für eigene Zwecke verwenden. Untereisesheim investiert in neue Spielgeräte.
Bei Anke Speer, der Vorsitzenden des Fördervereins, kommt das Projekt gut an: "Wir haben bei der Weltmeisterschaft gesehen, was Sport bewegen kann, und Afrika hat gezeigt, was es kann." Es sei ein schöner Gedanke, dass die Kinder anderen Kindern helfen könnten.
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