Kartons auf der Reise nach Georgien
Rund 40 Helfer kümmern sich um Spenden für humanitäre Stiftung

Oedheim - Bettbezüge, feste Schuhe, Kleidung, Spielzeug, Schreibwaren, Fahrräder: Die Hilfsbereitschaft der Oedheimer ist groß, wenn es um die Sammelaktion der Kolpingsfamilie geht. Seit 1993 sind Margarete und Helmut Heimberger mit zahlreichen Helfern einmal im Jahr im Einsatz, um gebrauchte Hilfsgüter für die Deutsche Humanitäre Stiftung (DHST) zu organisieren. In diesem Jahr geht die Containerladung erneut nach Georgien.
Es geht zu wie im Taubenschlag in der Scheune in der Falkensteiner Straße 19: Am laufenden Band werden Kartons angeliefert. Franz Denzer bringt drei Kisten und Säcke voll mit Kindersachen. Von den zehnjährigen Zwillingsenkelsöhnen Luka und Tarkan, "die sind daraus rausgewachsen". Was beim Degmarner Basar keine Käufer gefunden hat, wird gespendet. Auch die beiden Trainingsanzüge mit der Aufschrift Spvgg Oedheim werden in Georgien ihre Träger finden. "Weil man helfen kann", erklärt der Großvater sein Engagement. Ehefrau Gisela will noch zwei gebrauchte Fahrräder vorbeibringen. "Kein Schrott, wenn man was gibt, dann was Gutes."
Gehhilfen Bis Freitag besteht von 18 bis 19 Uhr die Möglichkeit, Sachen vorbeizubringen. Gehhilfen werden angeliefert, "besonders nötig sind auch Rollstühle", sagt Heimberger. Federbetten werden allerdings nicht genommen, die lasse der Zoll aus hygienischen Gründen nicht durch.
"Mit Sicherheit jeden Tag acht bis zehn Stunden beschäftigt" seien die Helfer, die Heimberger auf insgesamt etwa 40 schätzt: Auf dem Dachboden sortieren und separat verpacken, die von einem Remshaldener Kartonagenwerk kostenlos zur Verfügung gestellten Kisten beschriften und nummerieren, "weil der Zoll Stichproben macht", erklärt der Rentner. Wenn etwas nicht korrekt sei, könne der ganze Transporter beschlagnahmt werden.
Im Oktober geht der Oedheimer Container in die Zentrale nach Zweibrücken, Ende November oder Anfang Dezember, "wenn es in Tiflis richtig kalt wird", soll der Lkw in Georgien ankommen. "Beim letzten Mal hatten wir 800 Kartons und 20 Fahrräder", erinnert sich Heimberger. Verständnis für die Menschen in Georgien hat Helfer Josef Giemsa, seit 20 Jahren in Oedheim. Erfahrungen als Beschenkter hat er in den 80er Jahren selbst gemacht: "Da haben wir von Deutschland Spenden bekommen", sagt der Oberschlesier.
Wolldecken Auch von Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Amorbach und Bad Wimpfen kommen Waren. "In Gundelsheim gibt es eine Frauengruppe, die für uns Wolldecken strickt und häkelt", erzählt Margarete Heimberger. Mit Mostar, Srebrenica und dem Kosovo haben die Oedheimer Aktionen begonnen, auch ein Sonderprojekt während der Elbeflut stand schon an.
In den vergangenen Jahren wurden Kinder und Erwachsene in Bulgarien bedacht, jetzt steht Georgien im Vordergrund. "Man denkt immer, jetzt braucht man es nicht mehr, aber dann tut sich immer wieder ein Konflikt auf", sagt Margarete Heimberger.
Das DHST-Spendenkonto hat die Nummer 2182480013, Volksbank Saarpfalz, BLZ 59291200, Stichwort Georgienhilfe.
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