Ein wenig Freizeit für die ganze Familie
Neckarsulm - Samstagsbetreuung lockt bis zu 30 Kinder ins Haus der Jugend
Neckarsulm - Am Samstag ist was los im Neckarsulmer Haus der Jugend. Statt langweiliger Einkaufstouren gibt es bunte Bastelangebote und lustige Bewegungsspiele, leckere Bäckereien und interessante Themen. "Highlife in Dosen" nennt die zuständige Sozialarbeiterin Joelle Streb das, was städtische Erzieherinnen, pädagogische Mitarbeiter des Gleis 3 und ehrenamtliche Helferinnen zwischen 10 und 14 Uhr für Kinder von drei bis zehn Jahren auf die Beine stellen.
Pizzabäckerei
Eigentlich hätte Heike Mutz mit drei Kindern im Schlepptau zahlreiche Einkäufe bewältigen müssen. Doch nur Leonie (8) möchte mit. Elena (9) und Hannah (8) haben sich für das offene Angebot im Gleis 3 entschieden. "Das ist eine Erleichterung", meint die Gundelsheimerin. Ihre zwei Töchter finden in der Gruppe der Großen schnell Anschluss und machen unter Anleitung von Azubi Tugba Tabakoglu beim Pizzabacken mit: Paprika und Tomaten schnippeln, Dosen mit Mais und Pilzen öffnen, Tomatensauce auf dem ausgerollten Teig verteilen − das gefällt auch Maide Yildirim (7), die schon "fünf mal oder mehr" im Gleis 3 war. Vegetarisch oder mit Thunfisch, beide Varianten duften nach kurzer Zeit verführerisch durchs Haus.
Derweil sind die jüngeren Kinder mit der ehrenamtlichen Helferin Margitta Wierczoch im zum Turnraum umfunktionierten Veranstaltungssaal beschäftigt. Bälle zwischen den Beinen durchrollen oder am schnellsten rennen: Bei spielerischen Wettkämpfen und Gemeinschaftsspielen sind die Kleinen gefordert. Die Obereisesheimer Rentnerin nutzt ihren "Unruhestand" nicht nur dazu, mitzuhelfen, sondern sich mit pfiffigen Bewegungsideen einzubringen und ganze Angebote eigenständig zu gestalten. "Es ist wichtig, was für die Jugend zu tun", findet die 64-Jährige, freut sich über die herumspringenden und lachenden Kinder: "Da ist was los."
Freiheiten
Im Café, wo auch Brettspiele ausliegen, hat Sofia unter Beaufsichtigung von Erzieherin Christine Mack ein rosafarbenes Bild gemalt: "Das ist eine Prinzessin und eine Fee", sagt die sechsjährige Neckarsulmerin überzeugt. Ins Haus der Jugend kommt sie gern. "Da gibt es ein schönes Puppenhaus", erzählt sie begeistert von der Attraktion im oberen Stock. Den dürfen die Kinder mitbenutzen, nur der nicht verschlossene Clubraum ist tabu. "Das wissen die Kinder und halten sich auch daran", sagt Joelle Streb anerkennend.
Regeln lernen oder gemeinsam essen und hinterher aufräumen: Das sind Aspekte der Samstagsbetreuung, die die Kinder ganz nebenbei erfahren. Als sanften Einstieg in die Jugendhausarbeit sieht Joelle Streb den Samstag, der auch den Eltern ein wenig Freiraum geben soll. So ist Ronya Fieseler (13) gemeinsam mit ihren Brüdern Lucca (10), Loris (9) und Laurin (9) eigentlich Besucherin. Mehr und mehr übernimmt sie aber betreuende Funktion. "Das Haus lebt und bebt, das ist genau das, was wir wollen", sagt die Sozialpädagogin.
Musizieren
Sinan Tiskaya (12) und sein Freund Dionisios Giannoulis (11) nutzen den Tag, um sich an Musikinstrumenten zu erproben. Sinan hat Trommeln und Hi-Hat bereits gut im Griff, Dionisios hat von Hausleiter Benjamin Kielmann erste Akkordfolgen an der E-Gitarre gelernt. Gemeinsam mit ihrem Keyboarder wollen sie sich "als Band in die Liste eintragen, dann haben wir vielleicht bald unseren ersten Auftritt", hofft Sinan.
In den nächsten zwei Wochen ist das Gleis 3 am Samstag erst einmal geschlossen: Dann geht es zur gemeinsamen Stadterkundungstour zu Feuerwehr und Jugendfarm.
Stimme.de