Container gehören der Vergangenheit an
Bad Friedrichshall Firma Huthmann bezieht Sozialgebäude am Salzbergwerk Kochendorf

Bad Friedrichshall - Unauffällig ist das neue Gebäude auf dem Gelände des Salzbergwerks Kochendorf. Und das war auch gewollt. Der quaderförmige, zweistöckige Bau mit der Holzfassade und der Glasfront „gliedert sich schön in den denkmalgeschützten Bereich am Eingang ein“. Ekkehard Schneider, Vorstandssprecher der Südwestdeutschen Salzwerke AG, ist zufrieden. Vor kurzem bezog die Stuttgarter Firma Huthmann die neuen Räume. Sie ist zuständig für das Einlagern von Abfallstoffen in das Bergwerk.
Kontrollierte Belüftung Graue Filzpantoffeln stehen am Eingang des Gebäudes. Im oberen Stock befinden sich die Büro- und Besprechungszimmer. Ein schwarz-weißes Bild von Kochendorf hängt im Eingangsbereich. Ein Geschenk der Salzwerke AG zum Einzug. Im Erdgeschoss befinden sich die Duschen, Umkleide- und Aufenthaltsräume für die 18 Mitarbeiter, die in der Produktion beschäftigt sind. Vom Aufenthaltsraum hat man einen direkten Blick auf die Mitarbeiter, die die Schlacke und Metalle im Hof bearbeiten. Eine Sprinkleranlage befeuchtet die Schlacke, damit die Arbeit nicht zu staubig ist. Die Räume haben eine kontrollierte Belüftung, erzählt Stefan Huthmann. Dort, wo die Mitarbeiter nach der Arbeit ihre feuchte Kleidung ablegen, wird Luft eingeblasen, damit die Pullis am nächsten Tag trocken sind.
Im September 2007 wurde mit dem Fertigbau begonnen. Vor zwei Wochen zogen die insgesamt 22 Mitarbeiter ein. Davor hatten sie ihre Arbeits- und Aufenthaltsräume in einer Container-Anlage, unmittelbar neben dem doppelt so großen Neubau. Die blauen Container werden nun abgerissen und verkauft. Auf dem leerstehen Platz entstehen laut Huthmann weitere Produktionsanlagen zur Abfallverarbeitung. 900 000 Euro hat das neue Büro- und Sozialgebäude die Firma gekostet. „Das ist ein Bekenntnis zum Standort Kochendorf“, sagt Stefan Huthmann. Das Gelände haben sie von der Salzwerke AG gepachtet. Huthmann, Ekkehard Schneider und auch Bad Friedrichshalls Bürgermeister Peter Dolderer betonen die gute Zusammmenarbeit zwischen den Salzwerken, der Firma Huthmann und der Stadt mit, so Dolderer, „langfristigem Zukunftscharakter“.
Vor zehn Jahren begann die Zusammenarbeit von Huthmann und den Salzwerken. Von anfangs 70 000 Tonnen verfüllt Huthmann mittlerweile 500 000 Tonnen Reststoffe jährlich unter Tage, zum Großteil Schlacken und Aschen aus der Hausmüllverbrennung.
Bergwerk verfüllt Spätestens 2013 sei das Bergwerk in Kochendorf verfüllt, sagt Schneider. Dann werden die Abfallstoffe ins Bergwerk Heilbronn eingelagert. Seit Herbst 2008 arbeiten die Salzwerke an einer neuen, knapp fünf Kilometer langen Verbindungsstrecke, die bis Ende 2011 ausgebaut sein und danach mit einem Förderband ausgestattet werden soll. Dieses Band transportiert dann die in Kochendorf von Huthmann verarbeiteten Abfallstoffe ins Bergwerk Heilbronn.
„Wir können hier die Arbeitsplätze langfristig sichern.“ Davon ist Ekkehard Schneider überzeugt. Allerdings bereiten ihm die steigenden Energiepreise Kopfschmerzen: „Wir brauchen viel Energie. Allein mit Windkraft werden wir das nicht schaffen“, sagt er mit Blick auf die drohende Schließung des Kernkraftwerks in Neckarwestheim.
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