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Bad Friedrichshall

Von der Loire in die Drei-Flüsse-Stadt

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Die Bande der Freundschaft sind fest geknüpft: Seit 25 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Saint Jean le Blanc und Bad Friedrichshall.

Von Ute Plückthun
Die Bürgermeister: Peter Dolderer und Christian Bois (rechts).Foto: Plückthun
Die Bürgermeister: Peter Dolderer und Christian Bois (rechts).Foto: Plückthun

Mit einem rauschenden Fest, das musikalische und sportliche Darbietungen, gemütliches Zusammensein und ein brillantes Abschlussfeuerwerk vereinte, begingen die Gastgeber der Drei-Flüsse-Stadt und ihre knapp 90 von der Loire angereisten Gäste das Jubiläum, das den Rathausplatz gemäß der Stadtwappen in blaues Licht tauchte.

Nach Besuchen im Salzbergwerk, in Heidelberg und im Auto-Technik-Museum in Sinsheim wurde ordentlich gefeiert. Unter freiem Himmel und bewusst nicht in einer Halle.

Nicht nur wegen Platzproblemen. "Es ist eine Städtepartnerschaft, die nicht nur von der Verwaltung gelebt wird", betonte Walter Krinke, Vorsitzender des Bad Friedrichshaller Partnerschaftskreises. Es freute ihn, dass "sehr viele Leute da sind, die sonst nicht die Gelegenheit dazu gehabt hätten".

Etwa Gerlinde Krause, die mit ihrem Freund Rolf Müller am Rande des Geschehens ein Bier genoss. Sie begrüßte das gemeinsame Fest von Deutschen und Franzosen: "Toll, wenn keine Abgrenzungen da sind."

Ähnlich formulierten es Bürgermeister Peter Dolderer und sein Amtskollege Christian Bois, die den Partnerschaftsvertrag zum Jubiläum schriftlich erneuerten. "Es gab viele Begegnungen, die stets von einer herzlichen Atmosphäre getragen wurden", sagte der Bad Friedrichshaller Rathauschef.


Angesichts der Treffen von Musikschulen, Sportvereinen, Feuerwehren "und vor allem der Bürgerinnen und Bürger", schlussfolgerte er: "Trotz der Entfernung und der Sprachbarrieren: Unsere Städtepartnerschaft lebt." Sie sei eine der tragenden Säulen für ein vereintes Europa und für nachhaltigen Frieden kommender Generationen.

Freundschaften

"25 Jahre, in denen feste Freundschaften zwischen deutschen und französischen Familien entstanden sind", freute sich Christian Bois. Der vor wenigen Wochen neu gewählte Bürgermeister, selbst Mitglied in der 2004 gegründeten Partnerschaftskommission, bekannte, die "Partnerschaft im Blut" zu haben. Deren Vorsitzende Martine Guibert, beschwor den "ständigen Dialog" und die "Neugier dem Anderen gegenüber".

Walter Krinke betonte die Bedeutung der jungen Generation für die Mitgestaltung der Partnerschaft. Auf musikalischer, sportlicher und beruflicher Ebene. Etwa im Fall von Marion Braun: Die angehende Französischlehrerin und Dirigentin des Duttenberger Musikvereins war 2007 direkt nach dem Abitur für ein dreiwöchiges Praktikum in Saint Jean le Blanc und schon ein Dutzend Mal zum Austausch dort: "Zu meiner Hochzeit im letzten Jahr waren fünf französische Freunde da."

Bei einem internationalen Musiktreffen 1985 hatten der Musikverein Duttenberg und die Musikschule aus Saint Jean le Blanc erste Kontakte geknüpft. Was als zartes Band der Freundschaft durch Helmut Haaf, Rudolf Mall und Léo Raffard begann, stellten die damaligen Stadtoberhäupter Peter Knoche und Antoine Carré vier Jahre später im "Salle de fête" auf ein festes Fundament, das weiterhin trägt: Nach der Jubiläumsfeier bleibt Julie Renault bei der Familie von Ulrich Seidel, um ein Praktikum im Rathaus zu absolvieren. Der Stadtrat betonte, dass die Jurastudentin in den vier Wochen mehr als ein Gast ist. Von der 19-Jährigen sagt er: "Unser viertes Kind."

Feuerwerk zum Abschluss: Als Zeichen der Freundschaft wurde der Rathausplatz in buntes Licht getaucht.Foto: Ralf Seidel
Feuerwerk zum Abschluss: Als Zeichen der Freundschaft wurde der Rathausplatz in buntes Licht getaucht.Foto: Ralf Seidel
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