Mit einem Fahrzeug auf dem Mond landen
Leon Knauer arbeitet an einem ambitionierten Forschungsprojekt in Berlin mit. Das Ziel: Sicher auf dem Mond landen und einen Preis von Google gewinnen.

Sein makelloses Abi als Jahrgangsbester im Alberti-Gymnasium hat der Offenauer Leon Knauer seit einem halben Jahr in der Tasche. Aber statt zu Plan A, dem dualen Studium im Fachbereich Mechatronik, zog es den vielseitig interessierten jungen Mann zu einem Praktikum in Berlin.
Dort arbeitet er im Team der ursprünglich als Teilzeitwissenschaftler gestarteten Gruppe um IT-Spezialist Robert Böhme und dem österreichischen Ingenieur Jürgen Brandner vom Karlsruher Institut für Technologie.
Sicher auf dem Mond landen und einen Preis gewinnen
Die beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit dem von Google ausgeschriebenen Wettbewerb Lunar X-Prize, der demjenigen ein Preisgeld von 30 Millionen Dollar verspricht, der es als erster schafft, sicher mit einem Fahrzeug auf dem Mond zu landen, 500 Meter damit zu fahren und hochauflösende Bilder und Videos zur Erde schicken. Die beiden Wissenschaftler, zu denen noch der Elektroniker Karsten Becker und Navigator Jack Crenshaw von der NASA gehören, traf Leon Knauer im April dieses Jahres bei einer Präsentation des Projekts im Audi Forum, die er mit Schulkameraden und Lehrer Axel Schütz besuchte.

Schon beim Mitschreiben wuchs sein Interesse, und nach dem Vortrag erkundigte er sich spontan nach der Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren. Dieser Wunsch wurde im Oktober vergangenen Jahres − kurz nach seinem 18. Geburtstag − Wirklichkeit. Verbunden damit war ein Umzug nach Berlin, wo er eine Zweizimmer-Firmenwohnung in Friedrichshain bezog.
Kernteam von etwa 30 Leuten
Beschäftigt ist Knauer im Wesentlichen mit Software- und Elektronikentwicklung. Erste Erfahrungen hat er darin schon mit zwölf Jahren gemacht. Er arbeitet an der Steuerung eines Mini-Rovers, damit das richtige Fahrzeug, Audi Lunar Quattro (ALQ), das einen Wert von 250.000 Euro hat und oft bei Präsentationen unterwegs ist, nicht über Gebühr beansprucht wird. Interessant für Leon Knauer ist die Nähe zum gesamten Projekt. Das Kernteam der ersten privaten Mondmission umfasst etwa 30 Personen.
Das ist allerdings nicht alles: Weitere Mitarbeiter arbeiten von Zuhause aus zu, demnächst steht ein Umzug an. Die Bürofläche soll verzehnfacht werden und geplant sind zwei Hallen mit je 500 Quadratmetern Fläche, um die entwickelte Technik auch praktisch zu erproben. Die Audi AG ist Sponsor des Projekts und unterstützt zudem mit weiterem Know-how.
Reifen kommen aus dem 3D-Drucker

Ziel 2018 Beispielsweise geht es um Optimierung des Gewichts beim ALQ: Die Reifen für das Fahrzeug stammen aus einem 3D-Drucker, sind aus Aluminium und können die Temperaturunterschiede von 300 Grad, die es auf dem Mond gibt, aushalten. Zielzeit ist der Januar 2018, bis dahin sollen die Fahrzeuge auf dem Mond sein.
In einem Jahr möchte Leon Knauer mit einem Studium beginnen und, wenn möglich, nebenher im Team bleiben. Welches Fach hat er noch nicht entschieden: Molekulare Biotechnologie oder Elektro-Informationstechnologie vielleicht. Denn auch während seiner Schulzeit hat er schon Einblicke gesammelt − beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum, im Fachbereich Nanotechnologie des Karlsruher Instituts für Technologie und in der Seniorenpflege.
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