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Neckarsulm/Glücksburg

Neckarsulmer Märchen im Wasserschloss

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Auf dem letzten Zipfel Deutschland vor der dänischen Küste steht ein Schloss, wie es sonst im Märchen vorkommt. Schloss Glücksburg heißt es, weißen Wände und dunkel gedeckte Dächer spiegeln sich im Wasser, das es umgibt.

Von unserem Redakteur Alexander Klug
Frau Holles Tochter hat viel Unterstützung beim Äpfel-Pflücken.
Frau Holles Tochter hat viel Unterstützung beim Äpfel-Pflücken.

Auf dem letzten Zipfel Deutschland vor der dänischen Küste steht ein Schloss, wie es sonst im Märchen vorkommt. Schloss Glücksburg heißt es, weißen Wände und dunkel gedeckte Dächer spiegeln sich im Wasser, das es umgibt. Einen Steinwurf entfernt fahren kreuzen Segelschiffe auf der Flensburger Förde. Zwei Jahre lang sorgt die Märchen-Mitmachausstellung "Es war einmal..." aus Neckarsulm für Märchenstimmung im Märchenschloss - ein Team vom Neckar war drei Tage lang im hohen Norden der Republik, um die Ausstellung aufzubauen und bei der feierlichen Eröffnung mit Prinz und Gästen dabei zu sein.

"Es sieht tatsächlich aus wie ein Schloss im Märchen", erzählt Natalie Walz begeistert. Die Leiterin des Deutschen Zweirad- und NSU-Museums und des Stadtmuseums in Neckarsulm hat sich mit Museumspädagogin Anette Eichhorn und Techniker Jürgen Häffner nach Norddeutschland aufgemacht, drei Tage lang hat das Trio die Märchen-Ausstellung in einem der vier Türme des Schlosses installiert. Sie freut sich, dass 250 Besucher die Eröffnung der Ausstellung im Schloss miterleben wollten. "Und das vor der beeindruckenden Kulisse mit den hohen Räumen, Wandteppichen und Kronleuchtern."

Interesse von zwei Schlossherren

Das Schloss beherbergt ein großes Museum, für zwei Jahre am Stück haben die Verantwortlichen in Schloss Glücksburg die Ausstellung gemietet. "Danach besteht die Möglichkeit, dass sie sie kaufen", sagt die Neckarsulmer Museumsleiterin. Gleich zwei Schlossherren hatten zuvor Interesse am Thema Märchen bekundet. "Die Schleswig-Holsteiner haben uns aber die längere Mietdauer zugesichert", ergänzt Natalie Walz. Das Konzept, Ausstellungen zu konzipieren und danach damit auf Wanderschaft zu gehen, soll kein Einzelfall bleiben. "Auch unser aktuelles Projekt mit dem Titel ,Kinder der Welt", in dem es um Integration geht, ist so aufgebaut, dass das möglich ist."

Die Umsetzung vor Ort gefällt ihr gut. "Die Möglichkeiten im Schloss sind wunderbar", sagt die Museumschefin. Frau Holles Tochter pflücken Äpfel von einem richtigen Baum mitten im Raum, das Hexenhäuschen aus Hänsel und Gretel hat vor Ort einen wirklichen, gusseisernen Ofen. Auch die Pulte und dicken Bücher mit Kurzfassungen der Märchen haben die Neckarsulmer mitgebracht. "Schließlich soll auch die Lesekompetenz gefördert werden", führt Natalie Walz aus. Aber auch Bildschirm stehen bereit, um in "Tischlein deck dich" den Teller wir von Geisterhand zu füllen oder Rotkäppchen mit dem bösen Wolf sprechen zu lassen. Ein Höhepunkt ist Aschenputtels Kleid, unter dem eine große Diskokugel angebracht ist. "Da können sich die Kinder druntersetzen und fühlen sich wie im Ballsaal." Ebenfalls ein Bildschirm übernimmt die Aufgaben des sprechenden Spiegels aus Schneewittchen - Spieglein, Spieglein an der Wand. "Mit der Kamera sehen sich die Kinder selbst, aber durch Effekte verzerrt. Das kommt sehr gut an", weiß Natalie Walz.

Einnahmen und Anerkennung

Die Mieteinnahmen sind ein Effekt, über den sich die Organisatorin freut - gemeinsam mit Anette Eichhorn hat sie die Ausstellung erarbeitet, ihre Kollegin hat vor Ort die Museumspädagogen geschult. "Zusätzlich bedeutet das Interesse an der Ausstellung auch Anerkennung für unsere Arbeit", sagt die Museumsleiterin aus Neckarsulm. "Es ist schön, dass das Erarbeiten keine einmalige Angelegenheit bleibt, die im Archiv sondern eine sinnvolle Verwendung findet." Schließlich sei das auch eine gute Werbung für Neckarsulm.

Die ersten Besucher nehmen die Ausstellung "Es war einmal..." im Schloss Glücksburg in Beschlag. Nach drei Tagen Aufbau durch ein Team aus Neckarsulm wurde sie Mitte der Woche eröffnet.
Fotos: privat
Die ersten Besucher nehmen die Ausstellung "Es war einmal..." im Schloss Glücksburg in Beschlag. Nach drei Tagen Aufbau durch ein Team aus Neckarsulm wurde sie Mitte der Woche eröffnet. Fotos: privat
Umgeben vom Schlossteich liegt Schloss Glücksburg im Norden Schleswig-Holsteins. Die Adligen-Familie bewohnte es bis zum Zweiten Weltkrieg.
Umgeben vom Schlossteich liegt Schloss Glücksburg im Norden Schleswig-Holsteins. Die Adligen-Familie bewohnte es bis zum Zweiten Weltkrieg.
Die Neckarsulmerinnen Natalie Walz (rechts) und Anette Eichhorn (links) mit Museumsleiterin Susanne Ascheron und Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein.
Die Neckarsulmerinnen Natalie Walz (rechts) und Anette Eichhorn (links) mit Museumsleiterin Susanne Ascheron und Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein.
 Foto: DESC-R
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