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Futuristisches Räuber-und-Gendarm-Spiel

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Firmen, Junggesellen und erwachsene Geburtstagskinder entdecken Lasergames in der Alten Kelter auf zwei Ebenen.

Von unserer Redakteurin Dörthe Thimm
Martin Czyrt hat seinen Gegner fest im Blick. Der 41-Jährige vermietet seine Spielausrüstung immer häufiger an Lasergame-Fans.
Foto: Dennis Mugler
Martin Czyrt hat seinen Gegner fest im Blick. Der 41-Jährige vermietet seine Spielausrüstung immer häufiger an Lasergame-Fans. Foto: Dennis Mugler  Foto: Mugler

Die Nebelmaschine dampft. Aus Lautsprechern dröhnt Rockmusik. Bunte Lichtstrahlen huschen über die aufgebauten Hindernisse im dunklen Raum. Ein letztes Mal wird die Funktion des pistolenähnlichen "Taggers" in der Hand geprüft. "Ready to engage" spricht eine computergenerierte Stimme. Das Spiel beginnt.

Die Lasergame-Spieler lauern hinter grauen Wänden. Ihre Aufgabe ist es nun, auf Punktejagd zu gehen. Dazu muss ein typisches "Homer-Simpson-Oh" erklingen und der Sensor am Körper rot aufblinken. Dann wurde ein Spieler von einem Infrarotstrahl des Gegeners getroffen. Das Spiel endet, wenn 20 Punkte gemacht wurden. Eine "Multibox" zählt die Treffer.

Austoben auf  zwei Ebenen

"Lasergame ist nichts weiter als ein modernes Räuber- und Gendarm-Spiel", erklärt Martin Czyrt. Gemeinsam mit seiner Frau Daniela hat er die Lasergames in die Stauferstadt geholt. Seit Dezember können sich Lasergame-Fans und solche, die es werden wollen, in der Alten Kelter austoben. "Die Location hier ist super", sagt der 41-Jährige. Nicht nur wegen der Atmosphäre, sondern auch wegen der zwei Ebenen, die sich zum Verstecken anbieten. Ansonsten ist das Paar mobil mit seiner Ausrüstung. Es pendelt je nach Auftrag zwischen Ludwigshafen und Ludwigsburg. "Man kann überall spielen, auch draußen. Das macht besonders viel Spaß."

Der gelernte Servicemechaniker hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Vor vier Jahren ist er zum ersten Mal mit "Lasertech" in Berührung gekommen. Anders als bei diesem Spiel wollte Czyrt sich jedoch nicht auf Kinder konzentrieren. Einerseits findet er die Gewehre, die "Tagger", zu schwer. Diese können bis zu vier Kilogramm wiegen.

"Und außerdem finde ich das System, das hinter dem Spiel steckt, zu schwierig für diese Altersgruppe." Mitmachen dürfe grundsätzlich jeder ab 18 Jahren. Der Altersdurchschnitt seiner Kunden ist niedrig. Nach oben gibt es keine Altersbeschränkung. "Der älteste Spieler bei uns ist 82 Jahre."

Kraft und Kondition vonnöten

Was die Teilnehmer mitbringen sollten sind Kräfte und Kondition. 14 Minuten dauert eine Partie. Es gibt verschiedene Spielvarianten, in denen man Aufgaben bewältigen muss. Czyrt schätzt, dass es insgesamt 100 Modi gibt. Der Untereisesheimer hat zehn im Programm.

Das Prinzip ähnelt auf den ersten Blick dem Paintball-Spiel. "Es ist aber das komplette Gegenteil", versichert Czyrt. "Bei uns wird nicht einfach nur rumgeballert." Die Teams, die gegeneinander antreten, haben verschiedene Aufgaben zu bewältigen. "Es kommt auf die Strategie an. Wer einen guten Plan hat, der gewinnt."

Vor allem Firmen gehören zum Kundenkreis. Meist buchen sie ein ganzes Event inklusive Catering. Aber auch Junggesellenabschiede oder Geburtstage würden immer öfter in der Alten Kelter gefeiert. Die Kunden müssen grundsätzlich einen Termin vorab buchen.

Muskelkater, aber keine blauen Flecke

 "Dieses Spiel ist schweißtreibend", warnt Martin Czyrt. Sämtliche Muskeln würden beansprucht. "Da ist es nicht ungewöhnlich, dass die Spieler am nächsten Tag Muskelkater haben." Für den Unternehmer fällt es deshalb klar in die Kategorie Fun-Sport. Er unterstreicht außerdem, dass das Ganze nichts mit Gewaltverherrlichung zu tun habe. "Da bin ich strikt dagegen. Wir schießen nur mit Licht, nicht mit Munition. Es gibt noch nicht einmal blaue Flecke."

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