Eltern kritisieren übervolles Trampolino

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Betreiber verweist auf hohe Sicherheitsstandards - Neue Obergrenze durch Umbau?

Von Carsten Friese
An Stoßtagen viel zu voll? Für maximal 200 Besucher ist die Heilbronner Kinderspielarena Trampolino zugelassen. Betreiber Toni Thoma möchte umbauen und die Obergrenze erhöhen. Das Angebot boomt. Rund 60 000 Gäste kamen im Vorjahr.
          Foto: Dirks
An Stoßtagen viel zu voll? Für maximal 200 Besucher ist die Heilbronner Kinderspielarena Trampolino zugelassen. Betreiber Toni Thoma möchte umbauen und die Obergrenze erhöhen. Das Angebot boomt. Rund 60 000 Gäste kamen im Vorjahr. Foto: Dirks

Wird in der Heilbronner Kinderspielarena Trampolino zu lax mit den maximal zulässigen Besucherzahlen umgegangen? Eltern haben sich beschwert und „Profit- vor Sicherheitsdenken“ kritisiert. Das Baurechtsamt der Stadt Heilbronn stellte auf Stimme-Anfrage fest: Für maximal 200 Besucher ist das Trampolino zugelassen. Bei der Stadt seien bisher keine Beschwerden wegen Überfüllung eingegangen.

Für Rainer Knoll endete jener Tag in den Weihnachtsferien mit einigem Ärger. Sein Sohn (7) war zu einer Geburtstagsfeier im Trampolino eingeladen. Knoll wunderte sich, dass trotz voller Halle Eltern und Kindern weiter Einlass gewährt wurde. Er fragte an der Kasse nach. „Wenn es Ihnen zu voll ist, müssen Sie ja nicht bleiben“, hat Knoll nach seinen Angaben zur Antwort bekommen. Seinem Sohn wollte er den Geburtstagsspaß nicht verderben. Doch das ungute Gefühl, wie in einer überfüllten Halle bei einem Brand die Sicherheit noch gewährleistet sein soll, ließ ihn nicht los.

„In jedem Fußballstadion gibt es Obergrenzen“, vergleicht der Familienvater. Dass vielerorts im Kinderspielparadies Schilder mit der Aufschrift „Eltern haften für ihre Kinder“ oder „Für Unfälle keine Haftung“ stehen, wurmt ihn. Massen einlassen „und für nichts haften steht doch in krassem Widerspruch“.

Trampolino-Geschäftsführer Toni Thoma streitet einen Ausnahme-Tag wie jenen Ferientag nicht ab. „Es stimmt, da war sehr viel los.“ Es sei sehr schwierig, Eltern dann wieder wegzuschicken. „Besucher kommen aus Pforzheim, Ludwigsburg oder dem Odenwald. Da sagen Eltern, die Kinder weinen, wenn sie nicht reindürfen.“ Dass Sicherheit hinter dem Profit stehe, weist Thoma zurück. Jährlich gebe es eine TÜV-Abnahme, jeden Tag würden die Geräte kontrolliert, an Wochenenden und in den Ferien werde die Zahl der Aufsichtspersonen erhöht. Statt geforderter vier habe er fünf Notausgänge, im Brandfall gehe ein großes Tor automatisch auf.

Thoma verweist auf einen Kinderhallen-Vergleich der Stiftung Warentest. Deutschlandweit sei das Trampolino Vierter in der Gesamtwertung geworden. Auch seine Kinder spielten in der Halle. Schlimme Unfälle habe es in den dreieinhalb Jahren seit der Eröffnung „noch nicht gegeben“.

Der große Boom des Kinderspielparks mit Kletterlabyrinth, Riesenrutsche, Klettervulkan und Trampolinen hat den Geschäftsführer schon länger beschäftigt. Mit einem Architekten will der 39-Jährige Umbaupläne entwerfen und bei der Stadt eine höhere Besucherobergrenze beantragen. „400 statt 200 wäre gut“, blickt Thoma auf seine Wünsche voraus. Bis über den Antrag entschieden ist, will er die geltende Obergrenze einhalten und Gäste im Fall der Fälle wegschicken. „Das habe ich der Stadt versprochen.“

Eine Einhaltung der zulässigen Besucherzahl „ist grundsätzlich Pflicht des Betreibers“, gab das städtische Baurechtsamt zu Protokoll. Kontrollen habe es nach der Fertigstellung des Hauses gegeben. „Es gab bisher keinerlei Veranlassung, weitere Kontrollen durchzuführen.“ Die Stadt bestätigt: Die Trampolino-Leitung habe zugesagt, die Zugangskontrollen „gewissenhaft umzusetzen“.

An Stoßtagen viel zu voll? Für maximal 200 Besucher ist die Heilbronner Kinderspielarena Trampolino zugelassen. Betreiber Toni Thoma möchte umbauen und die Obergrenze erhöhen. Das Angebot boomt. Rund 60 000 Gäste kamen im Vorjahr.
          Foto: Dittmar Dirks
An Stoßtagen viel zu voll? Für maximal 200 Besucher ist die Heilbronner Kinderspielarena Trampolino zugelassen. Betreiber Toni Thoma möchte umbauen und die Obergrenze erhöhen. Das Angebot boomt. Rund 60 000 Gäste kamen im Vorjahr. Foto: Dittmar Dirks
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