„Den Jugendlichen Raum geben“

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bad friedrichshall Gelungene Eröffnungsfeier des Jugendtreffs „Stadtmitte“

Von Marcus Taschke
Fingerspitzengefühl, Geduld und Konzentration: Wer zum ersten Mal mit einem Diabolo jongliert, merkt bald, dass es ganz schön schwierig ist.Foto: Ralf Seidel
Fingerspitzengefühl, Geduld und Konzentration: Wer zum ersten Mal mit einem Diabolo jongliert, merkt bald, dass es ganz schön schwierig ist.Foto: Ralf Seidel

Bad Friedrichshall - Für einen kurzen Augenblick schafft es die Sonne, sich gegen die Wolkenmassen durchzusetzen und direkt durch die großen Fenster des Kinder- und Jugendtreffs „Stadtmitte“ zu scheinen. Der geräumige Aufenthaltsraum, der anlässlich der feierlichen Einweihung des Jugendhauses mit Lufballons geschmückt wurde, wirkt mit seinem roten Fußboden, der orangefarbenen Theke und der großen Freifläche in der Mitte noch heller und einladender. „Offene Räume stehen für offene Jugendarbeit“, sagt Walter Krinke, Jugendreferent der Stadt, zu Beginn seiner Rede. „Ein Jugendhaus ist eine dringende Notwendigkeit in der heutigen Zeit. Wir wollen uns für ein Nationen übergreifendes Miteinander einsetzen.“

Die Entstehung Die Planungen für das neue Haus entstanden Anfang vergangenen Jahres, nachdem der alte Jugendtreff abgerissen worden war. Bürgermeister Peter Dolderer, Stadträte und Jugendliche aus allen drei weiterführenden Schulen setzten sich zusammen, um Anregungen und Wünsche für die Gestaltung des Jugendhauses zu sammeln. Die Schüler wollten eigenständig Veranstaltungen organisieren, verschiedene Arbeitsgruppen bilden und für die Inneneinrichtung größtenteils selbst sorgen. Das Ergebnis: Seit der Eröffnung am 17. November vergangenen Jahres veranstalteten die Jugendlichen ein Mitternachts-Fußballturnier sowie einen Kochtag mit selbst gemachter Pizza. Es wurde ein fünfköpfiger Treff-Rat gewählt, der die Interessen der Schüler gegenüber den Verantwortlichen des Jugendhilfevereins vertritt. Einige Mädchen schlossen sich zu einer Tanz-Gruppe zusammen.

„Jeden Tag sind ungefähr 40 Schüler hier. Sie tauschen sich untereinander aus und helfen sich gegenseitig. Ich bin rundum zufrieden“, sagt Artur Knaus, Jugendpfleger und Ansprechpartner für die Schüler.

Tänzer und Jongleure Schwarz und weiß sind die Mädchen der Tanz-Gruppe gekleidet. Sie stehen in zwei Reihen und bewegen sich schwungvoll zu dem harten Bass und der rauen Stimme des Rappers. Die Choreographie zu diesem Lied haben sich die Mädchen, die aus völlig unterschiedlichen Ländern kommen, zum größten Teil selbst ausgedacht. „Sie dokumentieren die harmonische Stimmung, die im Jugendtreff herrscht“, sagt Jugendpfleger Artur Knaus.

Die Einweihungsfeier endet mit dem Auftritt von Steffen Schomann und Christian Rühl, die Diabolos - zwei Halbkreise aus Plastik, die mit einem kleinen Metallstück miteinander verbunden sind - auf dünnen Schnüren jonglieren. „Das Jugendhaus ist sehr beliebt“, sagt Sozialpädagogin Petra Diehl am Ende der Eröffnungsfeier. „Wir hatten ein Ziel: den Jugendlichen Raum geben, um Schüler aus anderen Ländern kennen zu lernen. Ich glaube, dieses Ziel haben wir erreicht.“

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