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Erlenbach

Bonbons und Wassertropfen in Erlenbach

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Tausende wollen trotz Regenwetter Umzug der Boschurle durch Binswangen sehen

Von Werner Glanz
Die Schallmaiengruppe aus Neuhausen auf den Fildern ist erstmals beim Umzug in Binswangen dabei.
Foto: Werner Glanz
Die Schallmaiengruppe aus Neuhausen auf den Fildern ist erstmals beim Umzug in Binswangen dabei. Foto: Werner Glanz  Foto: Glanz

"Ob das wohl hält?" Diese Frage stellen sich am Montagnachmittag in Erlenbach-Binswangen viele. Die Wetterprognosen versprachen nichts Gutes. Der große Umzug des Carnevals-Club Binswanger Boschurle hat gerade mal ein paar Meter zurückgelegt, als sich die Himmelsschleusen öffnen. Beate Daiber gibt beim Becker-Gelände bei noch akzeptablen Bedingungen um 13.31 Uhr den Startschuss für den viele hundert Meter langen Gaudiwurm. Vorneweg marschiert die Schallmaiengruppe aus Neuhausen/Fildern. Fast zwei Stunden lang schiebt sich der Spaß-Konvoi durch die Straßen der Doppelgemeinde. Schillernde Kostüme, bei denen der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind, und tanzende Massen von Menschen am Straßenrand untermauern nachhaltig: "Rosenmontag ist Boschurle-Tag."

Bonbons, Popcorn, Gummibärchen

"Kopf einziehen - die Narren kommen", heißt es entlang der zwei Kilometer langen Strecke bis zur Sulmtalhalle. Denn es fliegen nicht nur Bonbons, Lutscher, Gummibärchen, Popcorntüten und Müsliriegel, auch einige Hexengruppen sind unterwegs. Ein Teil der Gestalten treibt Schabernack, andere bringen artistische Einlagen dar, wie die Kayberg-Hexen, die sich waghalsig zu einem Turm aufschichten. Wer nicht aufpasst, bekommt ganz schnell eine Abreibung mit Holzspänen. So mancher Narr am Straßenrand fühlt sich von ihnen bedroht, die Kleinsten sind beeindruckt. Vor allem viele junge Frauen kommen nicht ungeschoren davon und werden mitgeschleppt.


"Binswangen ist einfach klasse. Nur gute Stimmung und Spaß", bestätigt eine Heilbronner Besucherin und nimmt eine Essiggurke vom Gundelsheimer Carnevalsverein (GCV) in Empfang. Derweil füllen sich die mitgebrachten Beutel und Taschen der kleinen und großen Süßigkeiten-Jäger. Für die Erwachsenen schenken Gruppen Sekt, Wein und Hochprozentiges aus.

"Binswangen Helau"

Am Alten Binswanger Rathaus stellt Beate Daiber mit Mikrofon die Gruppen mit dem obligatorischen "Binswangen Helau" vor. Doch auch andere Varianten sind zu hören, vom schlichten "Helau" über "Wimpfen Helau", "Gundelsheim Helau", "Jagstfeld Helau" bis zu "Dale Dalau". Patrick Scholl übernimmt diesen Part beim Erlenbacher Verwaltungsgebäude, wo sich ebenfalls viele Menschen versammelt haben und dem Finale mit den Guggenmusikern entgegenfiebern. Schnell überfliegt der junge Zugmarschall seinen Zettel, damit er keine der 130 Gruppen vergisst. Über 50 Vereine sind in diesem Jahr dabei. "So viele wie noch nie", freut sich Scholl.

Zu sehen gibt es viel: Wikinger aus Massenbachhausen, Binswanger Wasserwelt, Simsalabim und die Kapelle des Musikvereins Binswangen. Dass erstmals die Schallmaiengruppe aus Neuhausen auf den Filtern dabei ist, freut Scholl ganz besonders. Einen Farbtupfer im tristem Wetter bieten die Frauengruppe des GCV, die Gruppe Fantasia der Jagstfelder Hühnerlaus-Narren, die Burgfrauen des Talheimer Carnevalsverein und die vielen hübschen Gardemädchen, die jedoch zum Schutz ihrer Kostüme Plastikumhänge übergestülpt haben.

Premieren

Einige Gruppen sind erstmals in Binswangen dabei, wie die Weinfestkehrer aus Erlenbach und die M & M-Gruppe aus Sontheim. Auch Carnevalsvereine aus Bargen, Reihen, Murr, Gerlingen und Ingersheim sind nach Binswangen gekommen. Die nächsten zwei Stunden steppt auf dem Marktplatz zu den Klängen der Unterländer Guggenmusik noch der Bär.

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