Audi-Cup: Teambuilding der besonderen Art
Die heiß begehrte Trophäe wird weitergereicht: Beim elften Audi-Cup-Finale auf den Pichterich-Sportplätzen gelingt es den Neckarsulmer Gastgebern nicht, den Vorjahressieg zu verteidigen.

Allerdings verloren die Einheimischen nur ganz knapp: Mit 1:0 setzt sich das Team des Vorseriencenters aus Ingolstadt gegen die Azubis der Audi-Akademie durch. Die Oberbayern ziehen dadurch mit ihrem fünften Pokalsieg nach, nachdem die Neckarsulmer bisher insgesamt sechsmal die Nase vorn hatten.
"Auf geht"s" und "Jetzt komm schon": Die mitgereisten Zuschauer sind aus dem Häuschen, wenn es gilt, ihr Lokalteam anzufeuern. Immer zwölf Minuten ohne Seitenwechsel dauern die Kurzbegegnungen: In den beiden Vorrundengruppen der in zwei Gruppen eingeteilten zwölf Sechserteams tritt jeder gegen jeden an. Kampfgeist und Siegeswillen werden großgeschrieben, wenn das Leder flott über den Rasen rollt.
Doch allein darum geht es nicht: "Der Audi-Cup ist die größte Mitarbeiteraktion über alle europäischen Standorte hinweg", versicherte Jochen Grüten. Zum Finale sind 155 fußballbegeisterte Mitarbeiter aus den Audi-Standorten Ingolstadt, Neckarsulm, dem ungarischen Györ und dem belgischen Brüssel sowie von Ducati aus Bologna und Lamborghini aus Sant"Agata angetreten. Der Leiter der Mitarbeiterkommunikation hebt den motivierenden Charakter und die zusammenschweißende Funktion hervor: "Beim Turnier treffen sich Mitarbeiter, die in der täglichen Arbeit so nicht zusammenkommen würden."
Teambuilding der sportlichen Art: Bereits bei den Vorentscheidungen schnürten insgesamt 3000 Werksangehörige ihre Fußballschuhe: So waren es allein in Neckarsulm 56 Teams, die im Juli in Obereisesheim um die begehrten drei Plätze für das Finale kickten.
Die Team treten schließlich dann beim Finale immer als Abteilungsmannschaft an. So sind aus Neckarsulm das Prüfzentrum A 14 oder aus Ingolstadt die eTron-Kickers dabei, die für die Elektrofahrzeuge zuständig sind. "Für die Mitarbeiter ist es ein absolutes Highlight", bestätigt Organisator Kai-Uwe Hoyer die besondere Funktion des Fußballsports: Die Vorgesetzten, die als Betreuer dabei seien, und die Mitarbeiter lernten sich auf anderer Ebene kennen: Das formale "Sie" falle flach, nach dem Spiel wird abgeklatscht, trotz allem Ehrgeiz auch mit den Gegnern. "Die Hemmschwelle, ins Ausland zu gehen, sinkt", erkennt er einen weiteren Vorteil des europäischen Wettbewerbs.
"Die Vernetzung mit den anderen Standorten", reizt Laszlo Kovacs am Turnier: "Und mit den Freunden endlich mal wieder Fußball spielen zu können." Jede Woche trainiert der 38-jährige Mittelfeldspieler, der von Anfang an dabei ist, mit dem FC Travel: "Ich habe nur zwei Finalrunden verpasst." Über 40 Mannschaften hatten sich in Györ dafür beworben, zwei haben es geschafft: "Sein Werk vertreten zu können, ist etwas Besonderes." Zum Anfeuern ist mit dem 59-köpfigen Tross auch Freundin Reka Jakab mitgereist, die in der Kommunikation für Audi Ungarn arbeitet und früher als Nationalspielerin aktiv war.
Von Spielermangel keine Spur: "Die Motivation mitzuspielen, ist sehr hoch", versichert Johann Fandrich, Leiter im Neckarsulmer Bildungswesen und Betreuer im Team Audi-Akademie: So hätten sich 75 Azubis für einen der begehrten Plätze beworben.
Jochen Grüten unterstreicht die Beliebtheit. So eröffne Ende September ein neues Werk in Mexiko mit 3500 Mitarbeitern. Schmunzelnd erzählt er: "Sie haben schon einmal locker angefragt, ob sie 2017 mitmachen können."

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