Ziel wird durch Kimme und Korn in gerader Linie anvisiert
14 Jungen beteiligten sich am Kinderferienprogramm beim Schützenverein in Lauffen - Waffenkunde mit anschließendem Probeschießen

Von Ulrike Maushake
„Grundsätzlich werden unsere Jugendlichen hier zu größter Vorsicht herangezogen“, sagt Hans Brösch vom Vorstand des Schützenvereins. Und mit großer Vorsicht halten die 14 Jungen, die das Ferienangebot des Vereins wahrgenommen haben, ihre Gewehre. Sie sind mindestens 14 Jahre alt, denn erst dann dürfen sie den Umgang mit kleinkalibrigen Luftdruckgewehren lernen. Mit Waffen, deren Projektile mittels Pulverladung auf die Reise geschickt werden, darf man erst schießen, wenn man das 21. Lebensjahr vollendet hat - auch das erfahren die Jungen.
Die Teilnehmer stehen in der oberen Etage des Schießstands. Viereinhalb Millimeter Durchmesser haben die „Diabolos“, die kleinen Bleiprojektile, die aussehen wie winzige Säulchen mit einer ausgeprägten Taille. Ein Gewehr hatten sie bisher - wenn überhaupt - lediglich an der Schießbude auf dem Jahrmarkt in Händen. An Drähten sausen die Pappen mit den kleinen Zielscheiben auf die richtige Distanz. Die Jugendlichen stützen ihre Gewehre auf die gepolsterten Unterlagen und zielen.
„Die Kimme sitzt vorn und das Korn am Ende des Gewehrlaufs“, erklärt Jan Burzlaff. Durch diese beiden Ösen visiert man den Zielpunkt. Wenn man eine gerade Linie hergestellt hat, drückt man ab. Der 28-Jährige, der seit 1998 die Jugendmannschaft leitet, ist ein erfolgreicher Trainer, die Lauffener Jugendlichen schaffen es bis in die Landesliga. Trainiert wird zweimal wöchentlich. Auch Jan Burzlaff betont: „Wir legen sehr viel Wert auf Disziplin und lehren den Respekt vor der Waffe.“ Dass man die Entwicklung der Jugendlichen über die Jahre mitbekommt, ist für ihn „ein unheimlich interessanter Aspekt bei der Jugendarbeit“. Hans Brösch hält den Schießsport auch für sehr nervöse Jugendliche für geeignet: „Die bringt man hier erfolgreich runter. Ruhig muss man werden, wenn man das Ziel treffen will.“
Als Leistungssport betrachten die etwa 300 Vereinsmitglieder das Schießen mit Gewehren und Pistolen aller Kaliber. Auch mit Vorderladern wird trainiert. Körperbeherrschung, Konzentration und Ausdauer braucht es, will man ein Geschoss punktgenau ins Ziel bringen. Beim Schießen auf Tontauben kommt Reaktionsschnelligkeit dazu. Außerdem: Die Waffen sind schwer. Mindestens drei Kilo, die man sehr lange ruhig halten muss.
Jan Burzlaff erklärt die Wettkampfregeln. Nach dem Probeschießen haben die Ferienkinder eine halbe Stunde Zeit, um zehn Schüsse auf Schießscheiben - die Spiegel - abzugeben. Je dichter der Einschlag des Projektils am Zentrum, desto höher die Punktzahl. Vielleicht erfüllt sich mit den Erfolgserlebnissen die Hoffnung des Vereins, dass der ein oder andere bei dem Sport hängen bleibt.
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