Graziös balanciert die Heuschrecke
Bionik-Ausstellung in Heilbronn: Wie der Laufroboter auf die Welt gekommen ist

Anfang der 1970er Jahre machten Wissenschaftler die ersten Untersuchungen: Wie läuft so ein sechsbeiniges Insekt überhaupt? Irgendwie intuitiv oder hat es ein regelmäßiges Schrittmuster, das es ein Bein vors andere setzen lässt?
Mit dem bloßen Auge lässt sich die Regelmäßigkeit und die Raffinesse der Fortbewegung überhaupt nicht entdecken. Ein merkwürdiges Laufrad demonstriert in der Ausstellung, wie die Forscher vorgegangen sind, bis sie wussten: Die Stabheuschrecke hat immer drei Beine in Bewegung und drei stehen fest auf dem Boden. Die „Stehbeine“ bilden ein Dreieck, stets sorgt links oder rechts vom „Rumpf“ des Tiers ein Mittelbein für Stabilität.
Doch woher weiß ein Bein, was es zu tun hat? Es gibt keine zentrale Steuerung, kein Gehirn, das sagt, wo es langgeht. Sechs Nervenzellen agieren unabhängig voneinander, eine pro Bein. Das vorderste Beine gibt die Infos nach hinten weiter. Genau nach demselben Prinzip funktioniert Lauron, der laufende Roboter, neuronal gesteuert. Sensoren übermitteln die Bewegung, in jedem Bein steckt eine Steuerungseinheit und ein Antrieb. Einen zentralen Motor gibt es nicht.
Fasziniert betrachten Kinder und Erwachsene Lauron in der Museumsvitrine. Doch regelrecht begeistert sind sie vom Laufroboter, den Studierende vom Heilbronner Studiengang Elektronik und Informationstechnik gebaut haben. Mit einer Touchscreen lässt er sich bewegen. Laufroboter sind in unwegsamem Gelände unterwegs, in der Forstwirtschaft, in Rohrsystemen, Kanälen und auf fremden Planeten.
Geöffnet bis 12. März, dienstags bis sonntags 10 bis 12, 14 bis 17 Uhr.
Stimme.de