Eine neue Heimat zwischen Ytongsteinen und Bretterhaufen
Große Kräne weisen den Weg: Im Nordheimer Neubaugebiet Süd-West wechseln sich Häuserskelette mit bereits bewohnten Bleiben ab

Von Stefanie Pfäffle
Schon von weitem begrüßen die Kräne am Horizont jeden Besucher des Nordheimer Neubaugebietes Süd-West. Fast majestätisch ragen sie am Ortsende in Richtung Nordhausen in die Höhe, um von etwas Neuem, etwas Entstehendem zu berichten. Denn im Entstehen ist hier einiges. Ein- und Mehrfamilienhäuser in unterschiedlichen Entwicklungsstadien verteilen sich scheinbar ungeordnet über die 4,4 Hektar große Fläche mit insgesamt 60 Bauplätzen. Vom Rohbau bis „kurz vor schlüsselfertig“ ist alles vertreten.
Annette Steigmann und ihr Mann Johannes haben ihr neues Domizil gemeinsam mit Sohnemann Joscha (2) bereits im Dezember bezogen. „Für den Kleinen sind die ganzen Baustellen, die Bagger und Kräne super spannend“, erzählt sie mit einem Lächeln. Denn rund um den interessanten Holzrahmenbau wird noch fleißig gebaut. „Bis um elf Uhr nachts.“ Das wärmere Wetter wird von allen ausgenutzt, selbst die Nachbarn legen dieser Tage ihren Garten an. Die junge Familie hat auch vorher schon in Nordheim gewohnt, in einer Wohnung nur gute 100 Meter weiter. „Wir wollten gerne hier bleiben und da hat sich das Neubaugebiet angeboten“, begründet Annette Steigmann die Ortswahl.
Ein paar Meter weiter sitzt Alexander Müller in einem kleinen, grünen Bagger und hebt Erde aus. Zwischen den beiden Häusern an der Elbingerstraße soll am Mittwochnachmittag eine Treppe vom Keller auf Erdgeschossebene entstehen. Zuvor wurden von den Männern der Firma Gurr Garten- und Landschaftsbau bereits die Garageneinfahrt und die Vordertreppen erledigt. Noch stehen Holzterrassen auf dem Programm. „Zwei Wochen sind wir sicher noch beschäftigt.“ Dann stehen die Steigmanns vielleicht kurz vor neuen Nachbarn.
Andere Grundstücke sind noch nicht annähernd so weit. Bretterhaufen und Ytongsteine säumen die Gehwege. Die sind, ebenso wie Straßen und Parkplätze, schon lange fertig. Aber statt Treppen führen häufig noch Holzbalken in die Häuserskelette.
Michaela und Bodo Englert freuen sich dagegen schon sehr darauf, wenn mit dem Lärm und Schmutz endlich Schluss ist. Von ihrem Balkon aus an der Königsberger Straße hatten die Englerts bis vor eineinhalb Jahren einen Traumblick auf idyllische Felder und Wiesen. Jetzt entstehen vor ihrer Nase die neuen Häuser. „Das vermissen wir schon etwas“, sagt Michaela. Ihr Mann findet das neue Wohngebiet außerdem nicht so schön gelungen, alles sei so eng. „Aber man muss sich dran gewöhnen.“ Bis zum Frühjahr, schätzen die beiden, werden die Bauarbeiten noch gehen. „Dann ist es wieder ruhiger und schöner.“


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