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Beim Hausener Herbst des Jupiter Weinkellers gibt es nicht nur Wein

Der Anhänger ist am Samstagnachmittag bis auf den letzten Platz belegt. Jeder der Mitfahrer hält sein eigenes Glas in den Händen. Die dreiviertelstündige Fahrt mit dem rollenden Trollinger durch die Weinberge rund um Hausen ist äußerst beliebt. "Ich bin zum ersten Mal in der Region. Den guten Wein hab ich schon probiert, jetzt will ich wissen, was es mit dem Jupiter auf sich hat", ist Achim Lohrmann aus Deizisau gespannt. Angelockt hat ihn wie viele andere der Hausener Herbst im Jupiter Weinkeller.
Bauernmarkt Auf dem Hof steht ein Stand des Hofladens Schmoll. Damit ist der Bauernmarkt sehr klein geraten. Doch die Auswahl ist umfangreich. Kerstin Kirchert hat Kartoffeln, Zwiebeln, Nudeln, Äpfel, Fruchtessig, Honig und Tafeltrauben aus Hausen mitgebracht. "Die Leute sind immer noch erstaunt, dass die hier wachsen und gerade bei den weißen können es die wenigsten glauben, dass die nicht aus Chile oder Italien stammen", stellt Kirchert fest. Lars Nothdurft und seine Familie wollen die auf jeden Fall probieren und kaufen dann prompt überzeugt ein. Per Zufall sind die Vier beim Weinfest gelandet. "Wir sind gerade erst hergezogen und machen einen Radtour über den Brackenheimer Fahrradweg", erzählt der Neu-Brackenheimer. Der führte an der Kelter vorbei und weil sie eh noch kein Mittagessen hatten, kehren sie spontan ein.
Ungewöhnlich für so ein Fest wird hier nämlich schon am Samstagmittag das Essen der drei Gastronomen aus Beilstein und Ilsfeld zubereitet. "Die Kunden vor 17 Uhr kommen vor allem, um Wein einzukaufen und denen wollten wir auch die Möglichkeit bieten, noch gemütlich sitzen zu bleiben", erläutert Geschäftsführer Holger Willy. Zum Fest wurde fleißig an der Angebotsschraube gedreht. Bis auf den Sauvignon Blanc werden hier wirklich nur Hausener Weine angeboten. "Der ist ausgegangen, deswegen haben wir in dem Fall einen Nordheimer dazu genommen, damit die Kunden trotzdem probieren können." Generell werden die Weine aber für den Jupiter Weinkeller und die Privatkellerei Rolf Willy unterschiedlich ausgebaut.
Gäste Jordi Vila aus Andorra und Vida Castro aus den USA sind vermutlich die Gäste mit dem weitesten Anreiseweg. Beide sind Helfer auf dem Hof von Stefanie Wolf für solidarische Landwirtschaft. Für ihre Mitarbeit bekommen sie freie Kost und Logis, übers Internet sind sie auf Hausen gestoßen. "Ich interessiere mich für ökologische Landwirtschaft", erzählt Castro. Die Amerikanerin reist seit eineinhalb Jahren auf diese Weise um die Welt. Seit September ist sie in Hausen. Jetzt geht sie erst einmal Wein probieren, das gehört schließlich dazu.
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