Wenn Polizisten aus Heilbronn im KGB aktiv sind
Ausstellung in Nordheim

Drei Buchstaben weniger rühmlichen Angedenkens sollen neuen Glanz bekommen: KGB. Fünf Mitglieder der "Künstlergruppe Bolizei" zeigen gegenwärtig in den Fluren des Nordheimer Rathauses, dass Heilbronner Ordnungshüter mehr können als Streife gehen und Spuren verfolgen. Und dass sie das Augenzwinkern nicht verlernt haben.
Die Polizeibediensteten wollen den drei Buchstaben, die in der Sowjetunion für den Geheimdienst "Komitee für Staatssicherheit" standen, eine positive Bedeutung geben. Und sie scheuen sich auch nicht, dafür die deutsche Orthografie ein bisschen zurecht zu biegen.
Vor fünf Jahren haben sich die Männer und Frauen im grünen Rock anlässlich einer Ausstellung bei der Einweihung des neuen Heilbronner Reviers zu der Künstlergruppe zusammengeschlossen. Heute hat die KGB sieben Mitglieder, ist aber für weitere Kunstsinnige offen, wie Polizeikommissar Uwe Schneider betont.
Die Fünfergruppe, die bis 1. Juli im Nordheimer Rathaus Ausschnitte aus ihrem Schaffen zeigt, präsentiert sich durchaus heterogen. Jede und jeder hat seinen persönlichen Stil entwickelt, einige auch mehrere Malrichtungen. So etwa Susanne Frank, die im Revier Heilbronn als Polizeiobermeisterin tätig ist. Sie zeigt Blätter sowohl der eher naiven Richtung ("Love in the air") wie auch gegenständliche, naturalistische Darstellungen.
Auch Birgit Widmayer, im Brotberuf an der Datenstation der Kriminalpolizei tätig, bringt sowohl naturalistische Porträts - mit Licht und Schatten verfremdet - als auch Darstellungen zu Papier, in denen figürliche und geometrische Formen gemischt sind, oft in düsteren Farben. Andreas Vogelmann, Kriminaloberkommissar und bei der Spurensicherung aktiv, überrascht mit Werken, die in vielfältiger Weise variiert werden. Seine Blätter sind gekennzeichnet durch viele grobe Punkte und Striche, die das eigentlich Dargestellte überlagern.
Werner Schweitzer, einst beim Wirtschaftskontrolldienst und nun damit beschäftigt, seine entsprechenden Kollegen beim Landratsamt zu trimmen, zeigt zum Teil großformatige Acrylbilder von starker Farbigkeit und lebendiger Anordnung sowohl naturalistischer wie geometrischer Figuren.Etwas den Schalk im Nacken hat Kommissar Uwe Schneider, der Wert darauf legt, Straßenpolizist genannt zu werden: In Collagen zu Themen wie "Polizei", "Sucht" oder "Bike" versammelt er zu den plastischen Schriftdarstellungen etwa ein Stück verkleinerten Fahrrads mit lustigen Radlerfiguren oder Modell-Polizeiautos und -beamte.
Torsten Weidemann, Polizeisprecher der Heilbronner Direktion, sah den Reiz der Gruppe in der Vielfalt der Materialien und der Stile. Er bescheinigte seinen Kollegen, obgleich sie als Privatpersonen aufträten, gute Öffentlichkeitsarbeit für die Ordnungshüter zu betreiben.
Stimme.de