Strampeln und Grübeln
Bei „Bike for Bibles“ kamen 14 302 Euro zusammen

Zabergäu/leintal - Was der guten Sache dient, kann manchmal auch richtig Spaß machen. Am Sonntag fuhren rund 180 Jugendliche, verteilt auf elf Gruppen, bei der „Bike for Bibles“-Radrundfahrt durch Leintal und Zabergäu mit.
Organisiert wurde die Rallye vom Evangelischen Jugendwerk Bezirk Brackenheim, vom Evangelischen Kirchenbezirk Brackenheim sowie von der Württembergischen Bibelgesellschaft. Mit dem Erlös werden Bibelübersetzungen für das afrikanische Land Ghana finanziert. „Insgesamt sind über 14 000 Euro zusammengekommen“, freute sich Heinz Banzhaf, Jugendreferent des Jugendwerks Brackenheim.
Sponsoren Im Vorfeld mussten sich die Teilnehmer um Sponsoren kümmern. Die zahlen zwischen 20 Cent und 1,50 Euro pro erarbeitetem Punkt. Für jeden gefahrenen Kilometer gab es einen Punkt, bis zu fünf für die bibelbezogenen Aufgaben an den zehn Stationen. Dazu an jeder Station eine Zusatzfrage über das Bibelprojekt. „So erfahren die Jugendlichen, worum es bei diesem Projekt eigentlich geht“, sagte Mirijam Bäßler, ebenfalls Jugendreferentin im Kirchenbezirk. In Dürrenzimmern mussten die Jugendlichen Bibelübersetzungen zuordnen, in Pfaffenhofen „biblische Düfte“ erraten, in Schwaigern-Stetten knifflige Fragen beim Spiel „Wer wird Biblionär?“ beantworten.
Die Konfirmandengruppe aus Botenheim wirkte bereits ein wenig abgekämpft, als sie in Stetten die Fragen, vom dritten Sohn Evas bis zum Vater von Jesus, beantwortete. „Wir sind schon 20 Kilometer gefahren“, rechnete Jens König, einer der Betreuer, nach. Dem 22-jährigen Botenheimer stand der Schweiß im Gesicht.
Glücklicherweise war Stetten eine von insgesamt fünf Verpflegungsstationen – zwei mehr als im Vorjahr. „Wir versorgen die Teilnehmer mit heißen Würstchen“, sagte Martina Bulmann. Sie leitete die Station stellvertretend für ihren Mann, Pfarrer Martin Bulmann, der mit einer eigenen Konfirmandengruppe auf die Reise gegangen war. Die Stärkung war für die Weiterreise nach Neipperg auch bitter nötig. „Die Fahrt über den Heuchelberg war der anstrengendste Teil des Rennens“, fand Konfirmand Christian Könnicke. Und in Neipperg wartete auch noch eine der schwierigsten Etappen.
Die Neipperger ließen die Radler „mit Gott über Mauern springen“. Jede Gruppe musste einen der ihren über eine etwa zwei Meter hohe Wand aus Pappkartons bugsieren. Ohne Hilfsmittel und ohne die Wand umzuwerfen. „Jede Gruppe hat eine andere Herangehensweise“, sagte Stationsleiter Michael Hanusch. „Aber bis jetzt hat es nur eine nicht geschafft.“
Die Botenheimer taten sich anfangs ein wenig schwer. Sie probierten es mit einer menschlichen Pyramide, die aber zusammenstürzte. Schließlich schafften sie es, indem sie einen Konfirmanden hochstemmten und der dann hinübersprang.
Nicht der Sieg, für den es verschiedene Preise für die Gruppen gab, sondern der Spaßfaktor und das Gemeinschaftsgefühl standen im Mittelpunkt. „Es kommt nicht oft vor, dass Konfi-Gruppen überhaupt etwas zusammen machen“, freute sich der Botenheimer Teilnehmer Timo Schramm, der bereits zum zweiten Mal mit von der Partie war.
Gottesdienst Den Abschlussgottesdienst mit Siegerehrung gestalteten Elizabeth Aduama, Pfarrerin der presbyterianischen Kirche in Ghana, und der Jugendchor Ars Laudandi aus Meimsheim. Die Moderation hatten Mirijam Bäßler und Mathias Krieg.
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