Sektflaschen und Plastikschälchen
Großer Andrang auf Recyclinghöfen nach den Feiertagen

Brackenheim/nordheim - Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos hintereinander. Geduldig warten die Fahrer am späten Samstagvormittag darauf, in den Recyclinghof Nordheim einfahren zu können. "Heute geht es noch mit dem Andrang", erklärt das Platzwart-Ehepaar Marina und Ralf-Peter Schaffner. "Aber am vergangenen Dienstag sind wir glatt überrannt worden. So viele Anlieferungen haben wir noch nie erlebt." Fünf Kartonagen-Container seien in nicht mal einer Stunde voll gewesen: "So viel kommt sonst innerhalb von zwei Stunden zusammen. Es war chaotisch."
Gelagert Dennoch gibt es auch am Samstag ausreichend zu tun: Der zweite Weihnachtsfeiertag fiel auf einen "samstäglichen Hauptanlieferungstag", die Recyclinghöfe waren geschlossen. Zwar hatte das Landratsamt deswegen für alle Recyclinghöfe im Landkreis einen außerordentlichen Öffnungstag am Montag nach Weihnachten eingerichtet, doch wurde dieser kaum in Anspruch genommen: "Da waren insgesamt höchstens 50 Autos hier," so Schaffner. Man habe sich offensichtlich an die regulären Öffnungszeiten gewöhnt.
"Ich fahre immer samstags zum Recyclinghof. Jetzt hat sich nach zwei Wochen einiges angesammelt," erklärt Anita Schuster. "Aber wir haben ausreichend Platz zum Lagern." Geschenkpapier von Weihnachten hat die Nordheimerin nun zu entsorgen, dazu Dosen, Schraubgläser und natürlich Wein- und Sektflaschen von der Silvesterfeier.
Feuerwerkskörper Den außerordentlichen Öffnungstag haben auch Rainer Palinkasch und Schwiegervater Anton Reinhold nicht genutzt: "Eigentlich wollten wir am Dienstag herkommen. Aber wir dachten uns schon, dass da großer Betrieb herrscht." Vorsortiert liefern auch sie einen großen Korb leerer Sektflaschen sowie zusammengefaltete Getränke-Kartons an: "Silvester haben wir ein großes Fest mit 26 Gästen gefeiert. Da ist einiges zusammengekommen."
Die abgebrannten Feuerwerkskörper haben sie zuhause im Restmüll entsorgt, deren Verpackungen allerdings landen jetzt ebenso im entsprechenden Container wie kleine Plastikschälchen: "Nach Silvester ist das ganz typisch. Neben Glas werden Folie und vor allem Kunststoffverpackungen von Knabbergebäck entsorgt", so Platzwartin Schaffner.
Das bestätigt auch ihre Kollegin Andrea Presser-Muth vom Recyclinghof Brackenheim. Hier ist es am Samstagmorgen um kurz nach neun Uhr noch recht ruhig: "Das war zu erwarten. Es hat frisch geschneit, es ist sehr kalt, und viele Leute sind zudem in Urlaub." Am regulären Öffnungs-Dienstag nach Weihnachten war allerdings auch hier "die Hölle los. Wir haben in zwei Stunden so viel abgefertigt wie sonst in vier Stunden." Inzwischen seien die Container geleert worden, und für heute benötigt man keine zusätzlichen mehr: "Papier und Glas entsorgen zwischendurch sowieso viele Haushalte über die Container-Standorte."
Auch Familienvater Holger Andresen hat diese Möglichkeit genutzt: "Einen Großteil an Zeitungen, Glas und Dosen habe ich schon zur Recycling-Station bei uns in Meimsheim gebracht." Auf dem Recyclinghof liefert er nun hauptsächlich Getränke-Kartons und Kartonagen an.
Restmüll Umverpackungen und Styroporschutz von verschiedenen Elektrogeräten hat auch die 22-jährige Heike Kühner dabei - die stammen noch von Weihnachtsgeschenken. "Ansonsten habe ich von allem etwas dabei." Auch abgebrannte Silvester-Knaller? "Die hat noch nie jemand bei uns abliefern wollen. Die entsorgt jeder mit dem Restmüll", so Platzwartin Presser-Muth.

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