Rockbands heizen Jugendlichen ein
Evangelische Kirchengemeinde veranstaltet Konzert mit Sacrety und Kaéla

Neckarwestheim - Wirbelnde Köpfe. Beschlagene Fensterscheiben. Wackelnde Wände. Die fünf Schwaben von Sacrety bringen das Neckarwestheimer Gemeindehaus zum Beben und fast 100 Jugendlichen gewaltig ins Schwitzen. Frontmann Fabian Häckel hat das Publikum voll im Griff. Mal leise und gefühlvoll, mal kraftvoll und laut. Beeindruckend. Der Sänger gibt alles. Und die Besucher lassen sich mitreißen.
Ein bei Rockkonzerten übliches Ritual: Häckel trennt das Publikum in der Mitte, um die zwei Gruppen kurz darauf unter harten Gitarren- und Bassriffs aufeinander prallen zu lassen. Vor den headbangenden und pogotanzenden Jugendlichen geht so mancher unerfahrene Konzertbesucher in Deckung. Wild wird getanzt und gesprungen, auch leicht gerempelt. Die Fans geben sich der Musik hin, genießen sie total.
Nachdenklich Doch bevor die Jugend aus Neckarwestheim und Umgebung abgeht, gibt es im evangelischen Gemeindehaus Grund zum Innehalten: Laura Sommer, eine der Organisatoren, erinnert an die tragische Situation in Japan. Mahnt, die Menschen dort nicht zu vergessen und für sie zu beten. Freude und Trauer − beides gehört zum Leben: Nach einer Gedenkminute starten die Bands Sacrety und Kaéla in den vergnüglichen Abend.
Die vier Jungs von Kaéla aus dem Raum Stuttgart spielten ihren Indie-Rock bereits auf dem Rappenauer Römersee-Festival und in angesagten Stuttgarter Clubs. Ihr Outfit erinnert an Größen der Indie-Szene wie The Hives. In uniformierten Hemden spielen sie etwa eine Stunde lang ihre mitreißende, einerseits gitarrenlastige, andererseits auch elektronisch beeinflusste, moderne Rockmusik und animieren den einen oder anderen Besucher zum Mittanzen.
Als die in Neckarwestheim bekannten Jungs von Sacrety die Bühne stürmen, gibt es aber kein Halten mehr. Die Fünf aus Oberndorf bringen mit ihrer Electro-Rock-Core-Musik die Stimmung im Gemeindehaus zum Brodeln. Ihre energiegeladene Musik reißt mit. Die Inhalte sind bekannt, die Fans textsicher. Viele der Besucher kennen und schätzen die christlich geprägten Lyrics.
Christlich Madeleine Walter hat sich die Texte im Vorfeld bereits im Internet durchgelesen. "Sacrety beweist, dass christliche Musik nicht immer unbedingt leise und langweilig sein muss, sondern eben auch laut sein kann", sagt die 16-Jährige. Kira Bader (20) und Hanna Mauch (22) kommen aus Ditzingen, um Sacrety live zu sehen. Sie kennen die Band bereits persönlich von vielen Konzerten und christlichen Festivals. Für sie spielt der Glaube und die Religion in der Musik eine große Rolle. Mara Frank aus Neckarwestheim hat mit Glaube und Religion dagegen nicht viel am Hut. Die 14-Jährige fühlt sich dennoch wohl: "Das Konzert ist richtig toll."
Stimme.de