Polizei inspiziert Rohbau
Richtfest für neue Dienststelle und vier komfortable Wohnungen

Brackenheim - Die Schlafstatt in der Zelle ist gemauert und betoniert, daher also auch noch etwas ungemütlich und hart. Doch die künftige Polizeistation von Brackenheim befindet sich ja noch im Rohbau. Gestern wurde in der Theodor-Heuss-Straße 12 Richtfest gehalten. Im April sollen die Ordnungshüter einziehen − falls der Winter den Handwerkern keinen Strich durch die Rechnung macht.
Reaktion "Nach schwarz kommt grün", sagte Bürgermeister Rolf Kieser mit Blick auf die Zimmerleute, die jetzt das Dach aufgeschlagen haben, und auf die zahlreichen Vertreter des Postens, des Lauffener Reviers und der Polizeidirektion Heilbronn. Und dann fiel ihm die Reaktion des Publikums auf: "Das war keinesfalls politisch gemeint." Eine fröhliche Veranstaltung bei recht feuchter Witterung. Der Regen trieb die zahlreichen Gäste schließlich ins Innere der künftigen Polizeistation.
"Diese Maßnahme geht etwas unter", betonte der Verwaltungschef. Denn in ganz Brackenheim sind zurzeit Bauarbeiten im Gange. Das Rathaus etwa, für das die Heuss-Stadt 6,1 Millionen Euro investiert oder die Meimsheimer Kelter, die für 1,6 Millionen Euro zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wird. Viele kleine Projekte im Rahmen des Konjunkturprogramms mit einem insgesamt zweistelligen Millionenbetrag halten die Mitarbeiter im Brackenheimer Bauamt unter der Leitung von Frank Erthal zudem auf Trab.
Knapp 1,4 Millionen Euro kostet der Umbau des 100 Jahre alten Gebäudes. Früher war hier die Gaststätte Schwanen untergebracht, später das Arbeitsamt, künftig die Polizei. Die bislang sechs Wohnungen in den beiden oberen Etagen wurden auf vier reduziert. Das hat dem Gebäude, dessen Umbau von Architekt Wolfgang Reinhardt geplant wurde, gut getan. Die Wohnungen mit einer Fläche von 63 bis 92 Quadratmeter haben jeweils eine Dachterrasse mit bis zu 34 Quadratmeter Fläche.
Rolf Kieser weiß, dass der Polizei der Wegzug aus dem Schloss nicht leicht fällt. Hier, an der Theodor-Heuss-Straße, werde aber ein adäquater Ersatz geschaffen. Mitten in der Stadt. 200 Quadratmeter Nutzfläche steht den Beamten künftig zur Verfügung: Empfang, zwei Büros, ein Vernehmungszimmer, die Stube des Polizeichefs, die neu an den Altbau angedockt wurde. Im rückwärtigen Bereich die Umkleideräume, die Zelle und Stauraum.
Kieser erinnerte daran, dass auch über den Abriss des Gebäudes diskutiert worden war. Der Investitionsbedarf für Neubau und Sanierung sei aber gleich hoch gewesen. "Allerdings hätten wir beim Neubau nicht den Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm bekommen." Und den beziffert Kämmerer Alfred Sohn auf 600 000 Euro.
Richtspruch "Herr Gott, Du Schöpfer allen Seins, dem nichts zu groß und nichts zu klein; beschütze diesen Bau in Gnaden, bewahre in vor jedem Schaden", reimte Zimmermann Christian Behnke beim Richtspruch auf dem Dachfirst.
Beim Rundgang freundete sich Postenführer Wilfried Gnamm mit den neuen Räumen an: "Das sieht gut aus." Hier an der Theodor-Heuss-Straße sei die Nähe zum Bürger doch besser als im Schloss. "Hier sind wir präsenter", stimmte Kollege Gerhard Teifel zufrieden zu.



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