Notdienst sitzt künftig in Bietigheim

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Medizinische Hilfe am Wochenende: Neue Regelung greift zum 1. Juli

Von Thomas Dorn
Die Notfallpraxis in Bietigheim wird künftig an den Wochenenden auch die Menschen aus dem Raum Brackenheim versorgen.Foto: Werner Kunle
Die Notfallpraxis in Bietigheim wird künftig an den Wochenenden auch die Menschen aus dem Raum Brackenheim versorgen.Foto: Werner Kunle  Foto: kuhnle
Unteres Zabergäu - Ab 1. Juli gibt es für die Bewohner im Unteren Zabergäu wieder eine zentrale Notdienstpraxis. Die Menschen in Brackenheim und seinen Stadtteilen sowie in Cleebronn, Frauenzimmern und Nordhausen werden künftig von der Notdienstpraxis Bietigheim betreut.

Die Praxis in der Uhlandstraße 22, neben dem Bietigheimer Krankenhaus, ist an Wochenenden von Freitag, 18 Uhr, bis Montag, 7 Uhr, sowie an Feiertagen besetzt. Telefonisch ist sie unter 07142/77 79 844 zu erreichen. Bis zu drei Ärzte machen dort Dienst, einer davon steht für Hausbesuche bereit. Werktags werden die Patienten weiterhin von den Medizinern im Unteren Zabergäu versorgt. Sie können wie bisher unter der Nummer 01805/90 91 90 angerufen werden.

Seit Januar zu

Für Dr. Bernd Müller, Notdienstbeauftragter im Unteren Zabergäu, ist die neue Lösung vielleicht nicht optimal, unter den gegebenen Umständen aber die beste. Seit September 2007 war der Verein Notfalldienst Zabergäu insolvent, die Notdienstpraxis beim Brackenheimer Krankenhaus wurde zum 1. Januar 2008 geschlossen (wir berichteten). Seitdem ist der Ärztliche Notfalldienst Eppingen für das Obere Zabergäu zuständig. Im Unteren Zabergäu machten 18 Ärzte seitdem abwechselnd Wochenenddienst in ihren eigenen Praxen.

Betriebswirtschaftliche Gründe hatten letztlich zum Aus der Brackenheimer Notdienstpraxis geführt. Der Einzugsbereich von 35 000 Menschen war zu klein, zumal sich die Rahmenbedingungen für die Ärzte verschlechtert hatten. „Es kann nicht sein, dass wir tausende Euro zubuttern“, sagt Bernd Müller.

Er hat in den vergangenen Monaten viele Versuche unternommen, eine tragfähige Lösung zu schaffen. „Wir hatten die Hoffnung, dass uns die Talheimer Praxis mit übernimmt“, so Müller. Doch das wurde von der Vollversammlung der dortigen Ärzteschaft abgelehnt. Und Versuche, das Untere Zabergäu an Eppingen oder Heilbronn anzubinden, waren ebenso wenig erfolgreich wie die Überlegung, die Notfallpraxis an die Brackenheimer Klinik anzubinden. Auf zwei Briefe an die SLK-Geschäftsführung hat Müller „bis heute keine Antwort erhalten“.

Die Bietigheimer Notfallpraxis war dagegen offen für den landkreisübergreifenden Einsatz. „Wir kommen eh’ schon bis Bönnigheim“, sagt Dr. Andreas Ullrich, Allgemeinarzt aus Sersheim und Geschäftsführer der Bietigheimer Praxis. Deren Einzugsgebiet umfasst nun etwa 150 000 Einwohner. „Man braucht größere Gebiete, damit sich das rechnet“, so Ullrich.

Zu weit weg?

Die Notdienstkommission der Kassenärztlichen Vereinigung hat die Bietigheim-Lösung gut geheißen. Dr. Andreas Hamberger, im Vorstand der Kreisärzteschaft Heilbronn zuständig für die Notfalldienste, will die Sache dagegen genau beobachten: „Ich störe mich an der Entfernung.“

Zu Unrecht, sagt Bernd Müller. Die durchschnittliche Entfernung vom Unteren Zabergäu nach Bietigheim sei fast identisch mit der nach Heilbronn, und auch bei den Fahrzeiten gebe es kaum Unterschiede. Müller: „Da sind wir auf der sicheren Seite.“

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