Inspiration bei Fachmesse in Rimini
Urlaub in der Heimat, Renovierungen, Weiterbildung: Eiscafés im Zabergäu schließen über Winter

Neckar-zaber - Leckeres Eis, Obst und kalte Getränke − das wird in der Hochsaison in den Eisdielen überall angeboten. Doch was machen die Eiscafé-Besitzer, wenn die heiße Jahreszeit vorüber ist? Zurück in die Heimat? Ein ausgedehnter Urlaub?
"Keins von beidem", sagt beispielsweise Ilir Kameri. Er führt seit 2008 das Eiscafé Vanilla in Lauffen. "Im Winter ist die Eisdiele zwar nicht so gut besucht, aber man kann ja auch nicht gleich dicht machen", sagt der 30-Jährige aus dem Kosovo. In der Hochsaison ist hier immer soviel los, dass zwischen acht und zwölf Mitarbeitern beschäftigt sind. Jetzt gerade reicht Kameri sein Kollege Andrea Lore aus Turin als Unterstützung aus.
Ruhe Andere Eiscafés, etwa in Heilbronn, bieten im Winter Lebkuchen eines Nürnberger Spezialisten an. Kameri setzt in diesen kühlen Herbsttagen Crêpe, Waffeln, Kuchen und Torten auf die Karte. Eis gibt’s natürlich weiterhin. Aber nur bis Mitte November. Dann herrscht erst einmal Winterpause. Ruhe allerdings gönnt sich der Chef zunächst nicht: Er besucht internationale Eismessen in Italien. Sein erstes Ziel: Longarone. Bei der Schau hier wird es von Speiseprodukten bis zur Ausrüstung alles geben.
Die größte Eismesse Europas findet jedoch in Rimini statt. Auch hier will der Eisdielenchef aus Lauffen neue Ideen holen, den Meistern über die Schulter schauen, um dann 2012 neue Kreationen in der Hölderlinstadt anbieten zu können.
Eine ausgedehnte Auszeit? "Nein", lacht Marcel Colli. Daran sei nicht zu denken, sagt der 20-Jährige, der das Eiscafé La Piazza in Güglingen betreibt. Colli hat das Eiscafé im Mai 2011 übernommen. Im Frühjahr ist er aus Thüringen nach Güglingen gezogen. Unterstützt wird er von seiner Mutter und zwei weiteren Aushilfen. Im Winter reicht eine Person aus. Wie Kameri bietet auch er an kalten Tagen Waffeln und Crêpe an. Da zum Betrieb noch eine Pizzeria gehört und er auch dort gebraucht wird, schließt das Eiscafé jedoch nur im Januar.
Ferientage Dann aber freut sich Marcel Colli auf Ferientage: entweder in Venedig − im Herkunftsort seiner Mutter − oder in der Emilia-Romagna. Dort wird er Urlaub machen, für ein paar Tage das kalte Deutschland vergessen und die warme Sonne genießen.
"Ferien?" Dieses Wort steht heuer nicht im Duden von Nicola Rigato. Der 43-Jährige plant im Winter eine kleine Renovierung seiner Eisdiele Natural Vanilla, die er seit 2010 gemeinsam mit Mehmet Hakan in Brackenheim führt.
Der Italiener stammt aus Treviso, 30 Kilometer nördlich von Venedig. Jetzt, nach dem Sommer, bietet er ebenfalls Crêpe sowie Heißgetränke in der Caféteria an. Eis zum Mitnehmen gibt es natürlich immer noch. Mitte November macht er den Laden dicht. Aber nicht nur wegen der Sanierung. Auch er fährt zwischendurch zur Ideenmesse nach Italien. Wen er wohl dort trifft? Ilir Kameri.

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