Hervorragender Botschafter des Weins
34 Jahre Kellermeister: Am 60. Geburtstag wird Friedrich Hammel in den Ruhestand verabschiedet

Brackenheim - Dass die Weingärtner Brackenheim einen guten Namen haben, ist nicht zuletzt ihm zu verdanken: Über 34 Jahre hat Friedrich Hammel als Kellermeister der Genossenschaft seinen Stempel aufgedrückt. Am Freitag, seinem 60. Geburtstag, wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Im Januar beginnt der passive Teil der Altersteilzeit.
"Die Verdienste, die du dir erworben hast, sind riesengroß", anerkannte Vorstandsvorsitzender Rainer Lang bei der Feierstunde im Kreis aktueller und früherer Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Von den Mitarbeitern hatte sich Hammel bereits im November verabschiedet, um danach seinen Resturlaub anzutreten.
Partner Für Bürgermeister Rolf Kieser ist Hammel "ein hervorragender Botschafter unseres Brackenheimer Weines". Bei vielen Präsentationen habe er bewiesen, dass er "nicht nur ein Meister des Kellers, sondern auch des Wortes" sei. Für die Weinbruderschaft St. Vinzenz Brackenheim dankte Ordensmeister Harro Schiz dem Ordenskellermeister: "Wir hatten in dir einen tollen Partner." Schiz will auch künftig nicht auf Hammels Kompetenz verzichten: "Du wirst in kein Loch fallen, wir halten dich vorher."
Mit einem Loch rechnet Hammel selbst nicht. "Es war von mir so gewollt", sagt er über seinen Abschied. Er wird sich im heimischen Kleingartach verstärkt seiner Frau und seinem eigenen kleinen Weinberg widmen. Und sicherlich mehr Zeit für sein Hobby finden, das Wandern im Hochgebirge. Die WG verlässt er mit einem guten Gefühl: "Wir sind sehr gut aufgestellt."
Nach seiner Ausbildung zum Winzer war Hammel drei Jahre bei der Heuchelbergkellerei beschäftigt. Die Weinbauschule Weinsberg verließ er als geprüfter Wein- und Obstbautechniker. Nach einem Kurzgastspiel in Heuholz begann er im April 1977 als Kellermeister in Brackenheim, war fortan für Technik, Betriebsabläufe und den Weinausbau verantwortlich. "Ich war für alles zuständig, außer fürs Geld", sagt Hammel schmunzelnd.
Neubau Er hat die Fusionen mit Meimsheim und Botenheim miterlebt, den Neubau am Stadtrand, wo 1980 der erste Herbst verarbeitet wurde. Brackenheim ist auch dank Hammel bekannteste Lemberger-WG in Württemberg: "Wir haben auch in der Weißweinwelle die Fahne für den Rotwein hochgehalten."
Hammel war Prüfer bei der Qualitätsweinprüfung und Mitglied der Prämierungskommission beim Weinbauverband. Für seine Weine und Innovationen, etwa den ersten Winzersekt der württembergischen Genossenschaften, heimste er viele Preise ein. Dass seine WG 2011 den Staatsehrenpreis des Landes bekam, war der perfekte Abschluss: "Das hat mich sehr gefreut."
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