Garten der Sinne fasziniert Senioren
Haus Ahorn hat neues Projekt fast abgeschlossen – Reize für Demenzkranke

Beilstein - Das neue Projekt der Beilsteiner Seniorenwohnanlage „Haus Ahorn“, der „Garten der Sinne“, steht kurz vor der Fertigstellung. Im Rahmen des Sommerfestes soll die neue Parkanlage am 14. und 15. Juni ihrer Bestimmung übergeben werden. Gärtner sind in diesen Tagen noch dabei, den Bauerngarten, den Weinberg, das Hochbeet und auch all die anderen Flächen mit entsprechenden Pflanzen zu besetzen.
Im „Garten der Sinne“ sollen in den an Altersdemenz erkrankten Menschen sinnliche Wahrnehmungen aus der Kindheit wach gerufen werden. Das Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken und Fühlen von Pflanzen und Tieren, von Erde, Luft und Wasser dient bei den Betroffenen dazu, auch die Gegenwart mit Hilfe der möglichen Erinnerungen zu bewältigen. Besonderen Wert legt das Konzept, das in Kooperation mit Studenten der Reinhold-Würth-Hochschule erarbeitet wurde, auf die Wegführungen. Sie sollen einerseits dem Bewegungsdrang der Kranken entgegenkommen und andererseits nicht in die Irre führen, sondern immer wieder an den Ausgangsort zurückleiten. „Der Garten der Sinne soll den Bewohnern eine Brücke zwischen ihren Gefühlen und Sinneswahrnehmungen und der Realität sein“, sagt Johanna Spahr, Pflegedienstleiterin im Haus Ahorn, zu der Bedeutung, die der neuen Einrichtung zukommen wird.
Außerdem ist im Gartengeschoss eine speziell konzipierte Tagespflege im Bau, die den an Altersdemenz erkrankten Menschen gerecht wird. Die Kosten für diese umfangreichen baulichen Maßnahmen werden vom privaten Träger der Seniorenwohnanlage auf rund 400 000 Euro veranschlagt. Der „Garten der Sinne“ allein wird aller Voraussicht nach 100 000 Euro kosten. Zur Finanzierung hat sich der dem „Haus Ahorn“ angeschlossene „Verein zur Entwicklung und Förderung neuer Wohnformen für alte Menschen“ einige Benefiz-Veranstaltungen ausgedacht. Andrea Stoll, Leiterin des Hauses Ahorn, freut sich, dass durch diese Aktionen nahezu die Hälfte der Baukosten des Gartens aufgebracht werden konnten.
„Bewohner und Mitarbeiter – alle haben mit Aktionen und Einbringen von Arbeitszeit und Ideen zum Gelingen des Großprojektes beigetragen“, so Andrea Stoll. Unter anderem hat sich auch die Stadt Beilstein an dem Projekt finanziell beteiligt. „Das Haus Ahorn hat sich zu einer nicht mehr wegzudenkenden sozialen Einrichtung entwickelt“, sagt Bürgermeister Günter Henzler.
Beim Einweihungsfest am 14. und 15. Juni erwartet die Besucher eine „geheimnisvolle“ kulinarische Reise durch den „Garten der Sinne“.
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