Die berufliche Orientierung ausbauen

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Als Schulleiterin will Annegret Doll die Werkrealschule weiterentwickeln

Von unserem Redakteur Thomas Dorn
Fast ihr ganzes Berufsleben hat Annegret Doll an der Katharina-Kepler-Schule verbracht. Seit August ist sie deren Schulleiterin.Foto: Dennis Mugler
Fast ihr ganzes Berufsleben hat Annegret Doll an der Katharina-Kepler-Schule verbracht. Seit August ist sie deren Schulleiterin.Foto: Dennis Mugler

Güglingen - Die Katharina-Kepler-Schule kennt Dr. Annegret Doll aus dem Eff-Eff. Seit 1984 unterrichtet die Pädagogin an der Schule in Güglingen. Und doch hat sich für sie einiges verändert. Am 1. August hat die 53-Jährige, zuvor fünf Jahre lang Konrektorin, das Amt der Schulleiterin übernommen. "Ich habe jetzt eine andere Rolle", sagt die Nachfolgerin von Klaus Müller.

Etwa im Kollegium. Im vorigen Jahr stand sie noch ganz stark mitten drin, jetzt, als Chefin, sind ihr andere Aufgaben zugewachsen, inklusive Unterrichtsbesuchen bei allen Lehrerinnen und Lehrern. Doch das gab keine Probleme. "Ich fühl’ mich sehr akzeptiert", betont Doll.

Sie freut sich, dass ihr die Kolleginnen und Kollegen oft den Rücken frei halten. Denn die ausgeschriebene Konrektorenstelle ist noch nicht besetzt. Eine so große Schule alleine zu leiten, sei "fast ein Unding", sagt Doll. Sechs Kollegen haben deshalb zusätzliche Aufgaben übernommen.

Die vielen Konferenzen und Gespräche in Grund- und Werkrealschule unter einen Hut zu bringen, sei oft nicht so leicht. Dazu kommen Repräsentationstermine. In manchen Wochen sind drei, vier Abende belegt. Und die Verwaltungsarbeit hat erheblich zugenommen.

Vielfalt An ihrer Schule hat Annegret Doll, die Kunst und Deutsch studiert hat, stets die "Vielfalt der Arbeit" geschätzt. An beiden Schularten macht es der breite Fächerkanon notwendig, sich immer wieder in neue Themen einzuarbeiten. Das findet sie spannend. Kindern dabei zu helfen, ihren Weg zu finden, war für sie wesentliche Motivation, Pädagogin zu werden. Und sie wollte besser machen, was sie an ihrer eigenen Schulzeit gestört hatte: "Es muss doch möglich sein, gerechter mit Kindern umzugehen", hatte sie damals oft gedacht.

Neben ihrer Arbeit in Güglingen hat die verheiratete Mutter einer 16-jährigen Tochter 20 Jahre lang Junglehrer ausgebildet, als Lehrbeauftragte am Lehrerseminar in Heilbronn. Und sie stemmte nebenbei ein Aufbaustudium samt Promotion. In ihrer Doktorarbeit beschäftigte sie sich mit Ausländerfeindlichkeit und Rassismus in der Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart.

Von der Arbeit ihrer Werkrealschule ist sie überzeugt. "Wir liefern gute Qualität", sagt sie. Und das soll auch so bleiben. Doll spricht von einer "guten Lerngemeinschaft", einem "schönen Zusammenhalt". Individuelle Betreuung, enge Kontakte zu Eltern und Jugendhilfeeinrichtungen, das Klassenlehrerprinzip (der Lehrer ist mindestens zwölf Stunden in seiner Klasse) sieht sie als Vorteile. Und die Förderstunden. "Manche Kinder sind bei uns einfach besser aufgehoben."

Diskussion Wie es weitergeht angesichts des Wegfalls der verbindlichen Grundschulempfehlung, ist für Doll eine der spannenden Fragen. Auch die Diskussion über die Fortentwicklung des Schulstandorts Güglingen muss fortgeführt werden. Längerfristig, davon ist sie überzeugt, "wird das Thema Ganztagsschule auf uns zukommen." Wichtig ist ihr, "nichts übers Knie zu brechen. Das muss wachsen".

Kurzfristig ist es ihr Ziel, die Berufsorientierung noch stärker in den Blick zu nehmen. "Sie soll ein Aushängeschild unserer Schule werden." Doll möchte die Bildungspartnerschaften ausbauen, noch enger mit den Firmen zusammenarbeiten, die Praktika anbieten. Sie denkt, dass die Voraussetzungen derzeit günstig sind. Zunehmend würden Firmen die Schulen direkt anschreiben und Ausbildungsplätze offerieren: "Das war früher nicht so."

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