Dick eingepackt auf dem Wochenmarkt
Beschicker wissen mit der Kälte im Freien umzugehen

Bönnigheim - Schäden Am Marktstand von Eberhard Landes ist eine Gebläse-Heizung in Betrieb. Die ist aber hauptsächlich für die Bananen da, die darauf platziert wurden: "Unser Obst und Gemüse stammt aus kontrolliertem Anbau und ist nicht schalenbehandelt. Es kann zu Kälteschäden kommen, wenn wir es nicht warm halten", erklärt der Inhaber der gleichnamigen Bioland-Gärtnerei aus Neckarsulm. Sinkt die Quecksilbersäule unter Null, müsse zu den drei Planen rund um den Marktstand noch eine zusätzliche an der Front angebracht werden.
Eberhard Landes selbst ist weniger kälteempfindlich: "Das ist Gewohnheitssache. Als Gärtner bin ich seit 30 Jahren viel draußen und friere nicht so leicht." "Kälteerprobt" ist auch Kollegin Annette Kiemle, die mit Mütze und Schal ausgerüstet ist. Wollpullover, Wollweste und Thermohose sowie mit doppelten Socken und gefütterten Schuhen hält sich die "Frischluftfanatikerin" außerdem schön warm.
"Man muss den Kreislauf in Gang halten und in Bewegung bleiben", so Kiemle, die vor dem Stand auch schon mal auf und ab läuft − aber erst, wenn’s richtig kalt wird. "Natürlich ist es kalt", sagt Celal Yildiz. Der Feinkostverkäufer ist deshalb froh über sein neues Verkaufsmobil, das einen Fußboden hat und mit Heizung ausgestattet ist. Dennoch hat er sich warm eingepackt: Neben dicken Sport-Kniestrümpfen und zwei Thermohosen hat er unter seiner Weste eine gefütterte Jacke, einen Rolli und einen Langarm-Pullover an. "Handschuhe kann ich aus hygienischen Gründen nicht anziehen. Ich schneide Salami und Schinken", sagt der Händler.
Noch gut erinnert er sich an die minus 16 Grad vor drei Jahren: Das mit Frischkäse gefüllte Gemüse sowie alle Cremes und eingelegten Waren seien erfroren. "Wir haben alles zusammengepackt und sind nach Hause gefahren", so Yildiz. Der Schaden war groß, denn auch die Zubereitungszeit war vergebens: "Wir stellen alles ganz frisch selber her."
Vorzelt Eine lange Schlange hat sich vor dem Hänger der Hofmetzgerei Erich Weiberle Kirbachhof aus Sachsenheim-Ochsenbach gebildet. Geschützt durch ein Vorzelt, stehen die Kunden nicht im Freien und können sich in Ruhe umsehen.
Im ihrem Wagen heizt ein Gasofen zwar die Füße von Silvia Klein, dennoch gehören zu ihrer persönlichen Ausrüstung Unterhemd, Ski-Shirt, Fleece-Pulli, Thermo-Weste und eine warme Daunenjacke: "Das muss schon sein, sonst wird’s zu kalt", sagt die Verkäuferin und lacht. Außerdem zeigt sie noch Pulswärmer, auch Schal und Mütze fehlen nicht. Von innen wärmt sich die Frau mit heißem Tee. Selbstverständlich habe sie kalte Hände, "aber das ist halt so."
Als zu lange empfindet Silvia Klein die Arbeit auf dem Markt sowieso nicht: Nach rund fünf Stunden komme die Ablösung. Und außerdem: "Ich bin gerne draußen. Und die Arbeit macht mir großen Spaß."
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