„Bringsystem“ bringt Sauberkeit
Neuer 2000 Quadratmeter großer Bau- und Recyclinghof wurde eingeweiht

Neckarwestheim - Der neue Recyclinghof gefällt mir besser, es gibt viel mehr Container und Parkplätze“, stellt der 13-jährige Oliver Kraus fest. Der Schüler hilft gerne beim Recyceln. An diesem Tag hatte er Vater und Bruder im Schlepptau, um die jungfräulichen Container des neuen Recyclinghofes gemeinsam mit Abfall zu füttern. Dieser wurde am Freitag öffentlich eingeweiht - bei Glühwein und Würstchen lud die Gemeinde Neckarwestheim zu einer ersten Erkundung des Geländes ein.
Viel Platz Dreieinhalb Monate benötigte die Firma Dietz und Strobel aus Bretzfeld, um die Geländekombination aus Recyclinghof und Baustofflagerplatz, konzipiert und entworfen durch Landschaftsarchitekt Helmut Schmiedeknecht, vollständig auszubauen. Jetzt finden nicht nur die zahlreichen Container ein Plätzchen auf der 2000 Quadratmeter großen Fläche - auch Schüttgut-Boxen, Streufahrzeuge und andere Geräte können nun problemlos untergebracht werden. „Vorher waren im ganzen Ort Lagerflächen des Bauhofes verteilt, jetzt haben wir alles gebündelt“, erklärte Bürgermeister Mario Dürr. Der alte Recyclinghof habe mit einer vergleichbar kleinen Fläche von 700 Quadratmetern massive Platzprobleme hervorgerufen: „Im Gerangel kam es zwischen den Autos sogar schon zu Unfällen mit Sachschäden.“ Diese Schwierigkeiten dürften jetzt wohl der Vergangenheit angehören: 14 Parkplätze stehen nun zur Verfügung, die durch eine neuartige Anordnung bei Hochbetrieb eine bessere Sicht, insbesondere auf Kinder, ermöglichen sollen. „Diese Idee haben wir gemeinsam mit den Recyclinghofwarten Heiner Arras, Karl Rosenberger und Markus Sevcik entwickelt“, so erklärte Bauamtsleiter Markus Jörger von der Gemeindeverwaltung Neckarwestheim das neue System.
Kosten Auf 550 000 Euro beliefen sich die Kosten des neuen kombinierten Hofes in der Otto-Hahn-Straße neben dem Umspannwerk. 75 000 Euro steuerte der Kreis bei, der Rest ging auf die Rechnung der Gemeinde Neckarwestheim.
Den größten Andrang erfährt der Hof meist an den Samstagen um die Weihnachtszeit - „da schicken die Frauen ihre Männer zum Geschenkpapier entsorgen“, vermutet Jörger. „Jetzt gibt es sogar eine Toilette, das macht diesen Hof ein bisschen besonders“, so Jörger.
51 Recyclinghöfe zählt der Heilbronner Landkreis. Während andere Gegenden den Gelben Sack einsetzen, funktioniert das Recyclingsystem im Kreis nach dem Prinzip des „Bringsystems“. Harry Keppele vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landratsamts Heilbronn sieht darin viele Vorteile.
„Für uns bedeutet das, dass wir kaum Müll haben - die Störstoffquote liegt bei drei Prozent. Ein niedriger Wert, der besagt, dass im Unterland die richtigen Materialien auch in den richtigen Containern landen, und somit extrem gut weiterverarbeitet werden können - die schwäbische Gründlichkeit zahlt sich eben aus.
Der Bau- und Recyclinghof ist freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.
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