Bravorufe für Mäusespektakel
Singspiel der Kinderkantorei zugunsten der Renovierung des Kirchendachs

Brackenheim - Da tummeln sich zwischen den Sonntagsgästen im Konrad-Sam-Gemeindehaus ein paar Schauspieler, geschminkt und verkleidet als Pfarrer, Kirchengemeinderäte, eine Katze und viele Mäuse.
Die Kinder der Kinderkantorei Brackenheim können es kaum erwarten, auf die Bühne zu springen, um endlich das lang geprobte Singspiel "Mäuse in der Jakobuskirche" aufzuführen. Allen voran der Jüngste, noch keine sechs Jahre alt, Donatus Wainaina, der sich kurzerhand über die Rampe schwingt.
Während der Pulk der Kirchenmäuse über die Treppe aufs Podium trippelt, hat der Dreikäsehoch gezeigt, was das Bibelwort heißt: Die Letzten werden die Ersten sein. Unter Leitung von Christiane Mörk ist die Aufführung nach einer Vorlage von Eric und Ursula Mayr entstanden. Begleitet vom Duo Dorothee Rieger an der Querflöte und Hans-Günther Mörk am Klavier singen, sprechen und spielen Rebecca und Linda Döbler, Lenya und Max Hügele, Lea Dautel, Jonas Schmoll, Jule Schichta, Simeon Fellhauer und Donatus Wainaina die Geschichte der gewitzten Mäusebande und ihrer schlauen Anführerin Isabella.
Getöse Sie leben in Saus und Braus in der Jakobuskirche. Zu hungern braucht niemand, denn vom Schokokeks, den ein Konfirmand liegen gelassen hat, bis zu den Gaben an Erntedank gibt es immer etwas Leckeres zu futtern. Wenn nur das laute Getöse der Orgel nicht wäre. "Von unten bis nach oben, wir machen alles klein, die Mesnerin soll toben, die fängt uns doch nicht ein", singt die Rasselbande und montiert ratzfatz die Orgelpfeifen ab.
Mäuseplage Die Mesnerin (Dorothea Ruckh) ist ratlos. Der Pfarrer (Lukas Rughöft) und der Kirchengemeinderat (Romy Wein, Julia Bammert sowie Maike und Charlotte Loistl) müssen etwas gegen die Mäuseplage tun. Das Mittel der Wahl, eine Katze (Manuel Dautel), sorgt für eine Überraschung. Am Ende der Geschichte entsteht eine wunderbare Freundschaft. Ebenso unbemerkt wie sie gekommen sind, verschwinden die Kirchenmäuse wieder.
In der Erinnerung werden sie bleiben, denn die Brackenheimer Adaption des Mäusemusicals sprüht vor lokalen Anspielungen − nicht nur fotografisch vergrößerte Innenansichten der Jakobus-Stadtkirche und die heimische Truhenorgel schmücken die Bühne, auch der Bezug zu Pachelbel (in Brackenheim ein Schmuckladen) und das Improvisationstalent des Organisten finden im augenzwinkernden, neuen Text (Christiane Mörk) ihren Niederschlag.
Es gibt Bravorufe für den gelungenen Auftakt der Spendenaktion zugunsten der Renovierung des Kirchendachs. Dem hoffentlich noch viele Benefizaktionen folgen.
Stimme.de