Raps als kleiner Baustein zum Erhalt der Umwelt
Vortragsabend der Fachschulabsolventen ging es um Traktorentreibstoffe

Gemmingen Alternative Energien hatten die drei Referenten im Visier, die im Rahmen des jährlichen Vortragsabends der Landwirtschaftlichen Fachschulabsolventen Eppingen am Mittwoch in der Stebbacher Festhalle sprachen. Ins Thema führte die landwirtschaftlichen Fachkräfte Klaus Hall von der Rapsölmühle in Donaueschingen ein. „Am Beispiel dieser Rapsmühle wurde deutlich, dass der praktische Einsatz für alternative Energien heute bereits möglich ist, eine gute Sache, was der Herr Hall da macht“, stellte der Vorsitzende des Vereins, Erich Bucher aus Gemmingen, fest.
Geschmeidige Butter Die Mühle gehöre organisatorisch zu mehreren Maschinenringen in der Baar. Verarbeitet werden 10 000 Tonnen der gelb blühenden Pflanze. Das ergebe 3,5 Millionen Liter des kostbaren Rapsöls, von dem 15 Prozent als Speiseöl verwendet werden, ließ Klaus Hall die Versammlung wissen. Eine Anbaufläche von einem Hektar liefere 1800 Liter, „bester Treibstoff, Kohlendioxid-neutral und außerdem ohne Explosionsgefahr bei einem Unfall“, warb der Fachmann. Im Moment werde ein Großteil des biologischen Treibstoffs für Lkw verwendet. Versuche mit Bus und Bahn laufen, so Hall. Der nach der Pressung übrig bleibende Rapskuchen sei bestes Futtermittel für Rinder. Nebeneffekt: Diese Tiernahrung sei nicht genmanipuliert, und die Butter werde geschmeidiger.
Ernst Wöhrle von der Firma AGCO-Fendt und Michael Sauer von John Deere berichtete über Erfahrungen mit alternativen Treibstoffen im Einsatz bei Traktoren. Die Leistung verringere sich zwar um bis zu fünf Prozent, und man müsse öfter das Motoröl wechseln, aber trotzdem helfe der Biotreibstoff beim Sparen. Alle Traktoren ihrer Firmen seien für Biodiesel freigegeben.
Zukunft des Rapsöls Für den Einsatz von Rapsöl müssten die Motoren allerdings umgerüstet werden. Wöhrle: „Bei niedrigen Betriebstemperaturen hat das Rapsöl so seine Probleme.“ Man verwende deshalb ein Zweitanksystem, ein kleiner Tank für herkömmlichen Diesel, mit dem der Traktor die ersten Kilometer zurücklegt, und ein großer Tank für Rapsöl, das ihn auf der Langstrecke in Schwung hält.
Es gibt wohl auch ein Eintanksystem, das zunächst das Rapsöl erwärmt. Schwierig sei die Nutzung von Rapsöl als Treibstoff für Traktoren im Winter, weil es zu dickflüssig sei. Versuche, die helfen sollen, den Einsatz zu optimieren, begleitet die Universität in Rostock. Größere landwirtschaftliche Betriebe profitierten mehr von der Nutzung von Rapsöl als Treibstoff, weil sie auf ihren Feldern größere Wegstrecken zurücklegen.
Die Experten Ernst Wöhrle und Michael Sauer sprachen von einer Kostenersparnis von bis zu 25 Prozent. Darüber hinaus warb Sauer für manches Getriebe- und Hydrauliköl, das biologisch vollständig abbaubar sei und somit die Pflanzen- und Tierwelt beim versehentlichen Auslaufen nicht mehr zerstöre.
„Auch wenn es noch viele Unsicherheiten gibt, ist der Einsatz von Rapsöl als Treibstoff in der Landwirtschaft doch ein Baustein zur Erhaltung unserer Umwelt“, betonte Erich Bucher nach dem Vortrag.
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