Noch stehen die Container leer
Flüchtlinge, Hölderlinhaus, Zabergärten: Der Bürgermeister informiert bei der Einwohnerversammlung über die drängenden Themen der Kommune.

Die Lauffener scheinen zufrieden zu sein. Aufmerksam lauschten die rund 250 Besucherinnen und Besucher der Einwohnerversammlung dem Bericht von Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger. (Nach-)Fragen zu den drei Hauptthemen - Flüchtlingsunterbringung, Hölderlinhaus, Zabergärten - gab es indes nur wenige.
Das könnte damit zu tun haben, dass sich beim Thema Flüchtlinge, das noch im Juli sehr emotional diskutiert wurde, einiges entspannt hat. Die Unterkünfte in der Bahnhofstraße sind längst fertig und sollten seit Mitte August belegt sein. Tatsächlich aber stehen sie leer. "Ich geh" schon davon aus, dass die Anlage auch mal in Betrieb geht", meinte Waldenberger. "Man spricht jetzt von Mitte November." 60 Menschen haben in den Containern Platz.
Verteilung
Ungenutzte Unterkünfte: Wie Lauffen geht es manchen Gemeinden - Folge der seit Längerem nachlassenden Flüchtlingsströme. Derzeit sind 3300 Menschen in vorläufiger Unterbringung auf die Gemeinden im Landkreis Heilbronn verteilt, 450 in Anschlussunterbringung. Pro Monat werden etwa 50 Neuaufnahmen registriert. "Das ist nicht viel", so Waldenberger. In Lauffen selbst leben momentan 21 Flüchtlinge in vorläufiger und 13 in der Anschlussunterbringung, dazu kommen neun unbegleitete Minderjährige. Die Flüchtlingskinder, informierte Waldenberger, besuchen die Lauffener Kindergärten oder Schulen. Die Realschule betreibt eine Vorbereitungsklasse.

Angesichts dieser Situation ist der von der Landkreisverwaltung angepeilte Bau einer zweiten Flüchtlingsunterkunft laut Bürgermeister vorerst zurückgestellt: "Eine Unterbringung in der Bismarckstraße ist im Augenblick nicht aktuell." Für die Anschlussunterbringung wiederum ist die Stadt daran interessiert, Wohnungen anzumieten.
Ehrenamtliche
Ein dickes Kompliment in Sachen Hilfsbereitschaft machte Pfarrer Christof Fröschle seinen Mitbürgern. Mit bis zu 150 Ehrenamtlichen sei der Arbeitskreis Asyl "sehr gut aufgestellt". Angesichts ausbleibender Flüchtlinge habe er aber eher wenig zu tun, so dass es bereits Anfragen an die Mitarbeiter aus Nachbargemeinden wie Ilsfeld oder Brackenheim gebe. Fröschle beobachtet auch zunehmend, dass Nachbarn Kontakt zu den Flüchtlingen aufnehmen. "Das ist großartig", so der Pfarrer.
Zweites Thema: das Hölderlinhaus in der Nordheimer Straße. Im Wohnhaus des Dichters, 1750 von Hölderlins Großvater auf alten Grundmauern neu errichtet, hat die Stadt (wie jüngst berichtet) Großes vor. Mit Blick auf den 250. Geburtstag Hölderlins im März 2020 soll das Gebäude samt Zwischenbau zur Scheune umfassend saniert und "authentisch erlebbar werden", so der Bürgermeister. Das wird 2017/2018 geschehen. Auch die neue Ausstellung soll in diesen Jahren konzipiert und umgesetzt werden.
Zuschüsse
Dieser erste Bauabschnitt, mit 2,15 Millionen Euro veranschlagt, wird aus diversen Fördertöpfen mit 1,65 Millionen Euro sehr hoch bezuschusst. Wann sich der zweite Bauabschnitt anschließt, die Erweiterung des Hölderlinhauses mit einem flachen Neubau zum Stadtmuseum, steht noch nicht fest. Die dafür kalkulierten zwei Millionen Euro muss die Stadt nämlich zu 75 Prozent allein finanzieren. Angesichts der eher bescheidenen Förderung "konnte ich den Gemeinderat noch nicht zur Zustimmung überzeugen", sagte der Bürgermeister.

Auch das dritte Thema, die Zabergärten, ist Waldenberger "sehr wichtig". Mit der Neugestaltung des Areals zwischen Kiesstraße und Zaber sind mehrere Aspekte verbunden. Es geht um die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzepts. Dann wird die Renaturierung der Zaber von der Brücke bis zur Nordheimer Straße fortgeführt. In Fortsetzung zum neu gestalteten, von der Bevölkerung gut angenommenen Kiesplatz sollen die Kiesgärten und weitere Freiflächen angelegt werden. Schließlich kommt noch die Neutrassierung der Kiesstraße dazu.
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Mit dem Projekt verbunden sind Gebäudeabbrüche. Viele Grundstücke, so Waldenberger, befinden sich inzwischen in städtischer Hand. Doch entlang der Straße, etwa im Bereich der Tankstelle, wird sich nach seinen Worten in den nächsten Jahren noch nichts tun. Deshalb sollen auch hier Bauabschnitte gebildet werden. Die Renaturierung der Zaber könnte schon 2017/2018 angegangen werden. Die Neugestaltung der Kiesgärten ist bis Ende 2022 angepeilt. Im dritten Abschnitt soll dann der Hochwasserschutz umgesetzt werden.
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