Der Neue soll frischen Wind bringen
Erwartungen an den künftigen Bürgermeister Ulrich Heckmann - Spekulationen zu zweitem Wahlgang erledigt

Am Tag danach sind viele Güglinger noch immer überrascht: Dass die Bürgermeisterwahl im ersten Durchgang entschieden würde, damit hatten angesichts der fünfköpfigen Kandidatenriege nur wenige gerechnet. Auch der deutliche Vorsprung von Ulrich Heckmann gegenüber seinem aussichtsreichsten Mitbewerber Joachim Knecht - knapp 20 Prozentpunkte - war so nicht unbedingt zu erwarten. Doch nun richten die Güglinger den Blick nach vorne. Heckmann soll seine Chance bekommen.
"Es ist schon mancher in seinem Amt gewachsen", sagt eine Frau auf dem Edeka-Parkplatz, die "nicht recht einschätzen kann", was der Neue bringen wird. "Frischen Wind von außen", erhofft sich Irene Walter. Die Eibensbacherin findet es gut, dass die Wahl so ausgegangen ist. Heckmann habe es verdient: "Er hat sich eingesetzt, er war präsent." Nun müsse er "zeigen, was er kann".
"Er war mir sympathischer"
"Hoffen wir, dass er"s gut macht", sagt eine 38-jährige Eibensbacherin, die Knecht gewählt hat: "Er war mir sympathischer." Ebenfalls "frischen Wind" wünscht sich eine 52-jährige Güglingerin vom künftigen Bürgermeister. Etwa in Sachen Innenstadtbelebung. Sie hat Heckmann im Wahlkampf positiv erlebt: "Er kann auf Leute zugehen."
Auch Irene Gutbrod ist zuversichtlich, dass Heckmann "ein Neuanfang" gelingt. "Wenn er"s fertig bringt, die Stimmung im Rathaus und in der Bevölkerung zu verbessern, ist es gut", sagt die Güglingerin, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins ist. "Entsetzlich enttäuscht" ist sie, dass nicht mal 50 Prozent ihrer Mitbürger zur Wahl gegangen sind: "Das ist die Demokratieform, bei der man am meisten erreichen kann."
Heckmann lag in allen Bezirken vorne

Die, die gewählt haben, stimmten in großer Zahl für Heckmann. In allen drei Güglinger Wahlbezirken lag er klar vor Knecht, holte sein bestes Ergebnis (59,9 Prozent) aber in Frauenzimmern. Knecht brachte es dort nur auf 24,7 Prozent, gewann aber immerhin in seinem Wohnort Eibensbach (54,1 Prozent). Im Wahllokal Mediothek erzielten David Sansi (9,4 Prozent), Marcus Moser (7,5) und Ulrich Raisch (1,9) ihre besten Ergebnisse.
Auffällig: 82 der 95 Stimmen für "Andere" entfielen auf Markus Xander. Damit bekam der FUW-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat - ohne zu kandidieren - 3,7 Prozent der Stimmen. Dass Xander bei einem zweiten Wahlgang selbst antreten würde, darüber wurde in Güglingen in den Tagen vor der Wahl rege diskutiert. Durch die Entscheidung am Sonntag haben sich alle Spekulationen in dieser Richtung erledigt.
Welche Erwartungen haben die Vereine an den neuen Stadtchef? "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit", sagt Andreas Gläßer, Vorsitzender des GSV Eibensbach. Auf ihn hat Heckmann einen "sehr guten, sehr seriösen Eindruck" gemacht. Roland Baumann, Vorsitzender des TSV Güglingen, ist gespannt, wie sich das Thema Kunstrasenplatz unter Heckmann weiterentwickelt. Generell sei die Vereinsförderung okay: "Da kann sich keiner beklagen." Vielleicht könne man überlegen, ob den Vereinen, analog zum Bonus für Jugendliche, ein Förderbeitrag für die Integration von Flüchtlingen gewährt werden kann.
Miteinander von Stadt und Betrieben
"Wir werden offen auf den Bürgermeister zugehen", kündigt Holger Retz, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins, an. "Wir stehen doch alle für Güglingen", meint er zum Miteinander von Stadt und Betrieben. Er hofft, etwa bei der Zabergäumesse, auf "einen Ticken mehr" Unterstützung der Kommune. Karl-Heinz Windolph, Schatzmeister der Gestaltungsinitiative Güglingen attraktiv (Giga), wünscht sich, dass der neue Schultes "die Einzelhändler besser unterstützt als der bisherige" - finanziell wie ideell.
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