Ein Kirchenmann, der auch gerne als Projektmanager arbeitet
Nach 14 Jahren in der Evangelischen Kirchengemeinde Massenbach-Massenbachhausen wechselt Pfarrer Hans-Joachim Janus zum Oberkirchenrat

Von Thomas Dorn
Wenn Hans-Joachim Janus seine neue Arbeitsstelle antritt, erwartet ihn Vertrautes. Schon seit dem Frühjahr 2005 ist der evangelische Pfarrer von Massenbach und Massenbachhausen zum Oberkirchenrat nach Stuttgart abgeordnet. Dort wird er künftig einen festen Arbeitsplatz haben. Am Sonntag wird er mit seiner Familie in Massenbach verabschiedet.
Allzu viel ändert sich für Ehefrau Susanne und die Kinder Anna-Lena (14), Lisa (12) und Rahel (10) aber nicht. Nur drei Kilometer weiter, in Schwaigern, hat die Familie Janus ein Haus gebaut. Schon in zwei Wochen soll Umzug sein. Dass die Familie gerne im vertrauten Umfeld bleiben wollte, kann Hans-Joachim Janus nur zu gut verstehen. Als Pfarrerskind hat er solche Umzüge selbst schon mitmachen müssen. „Ich hab’ das als nicht so glücklich empfunden“, sagt der 46-Jährige.
14 Jahre war er für die rund 2200 Evangelischen in Massenbach und Massenbachhausen zuständig. Nach dem Ausbildungsvikariat in Adolzfurt kam er 1992 nach Massenbach. Damals war Tochter Anna-Lena gerade mal drei Monate alt. Für sie und ihre Schwestern war das Pfarrhaus mit seinem großen Garten „ein schöner Platz zum Aufwachsen“, sagt Janus. „Wir haben uns als Familie hier wohlgefühlt.“
Anfangs, erinnert sich Janus, sei es auch um die „innere Konsolidierung der Gemeinde“ gegangen. Da gab es grundsätzliche Fragen, „auf die theologisch zu antworten war“. Eine „anstrengende, aber fruchtbare Zeit“, verbunden mit vielen persönlichen Gesprächen.
Bauprojekte haben den Pfarrer all die Jahre begleitet. Die Innenrenovierung der Georgskirche. Die Erneuerung des Mitarbeiterwohnhauses beim Kindergarten Spatzennest. Der Bau des neuen Gemeindezentrums „Arche“, das eigentlich an ganz anderer Stelle geplant war. Schließlich die Renovierung des Gemeindezentrums Massenbachhausen, mit neuen Außenanlagen und einem Streetballfeld für die Jugend. Dass die Kirchengemeinde zwei Kindergärten betreibt, hat für Janus mit der „starken Gemeinwesenorientierung“ zu tun. Er sieht die Kirche in der Pflicht, sich in gesellschaftlichen Fragen zu Wort zu melden und in der Gesellschaft auch Verantwortung zu übernehmen.
Menschen zu begleiten, „in schönen und traurigen Stunden“, sieht Janus als wesentliche Aufgabe eines Pfarrers. „Außerdem haben wir eine wunderbare Botschaft zu vermitteln.“ Gottesdienste in unterschiedlichsten Formen waren dabei nur ein Mittel. Auch das ökumenische Miteinander ist Janus wichtig. „Ich bemühe mich um Verständigung zwischen den Kirchen“, sagt er. Es gelte, das Gemeinsame, Verbindende zu stärken. Mit dem katholischen Kollegen Karl Ehrler hat das vor Ort gut funktioniert.
In den Bereich Ökumene fällt auch die Verbindung zur rumänischen Erzdiözese Cluj, die Janus im Auftrag des Evangelischen Kirchenbezirks Brackenheim intensiv pflegt. Im Kirchenbezirk hat er darüber hinaus zwei Jahre als Prodekan fungiert - ein Versuch, neue Leitungsformen zu erproben. In dieser Zeit hat er federführend die Projekte „Neufinanzierung der Kindergartenarbeit“ und „Leitbild für den Kirchenbezirk“ betreut.
Projektmanagement - das ist ein Bereich, der ihm Spaß macht. Berufsbegleitend hat er entsprechende Fortbildungen absolviert, nebenberuflich ist er als Kommunikationstrainer tätig. Im Oberkirchenrat hat er zuletzt sämtliche Bildungseinrichtungen der Landeskirche im Blick auf Kosten und Strukturen überprüft. Das hat er offenbar so gut gemacht, dass die Kirchenleitung stark an einer Weiterverpflichtung des Massenbacher Pfarrers interessiert war.
Mit einem Festgottesdienst wird Pfarrer Janus am Sonntag, 30. Juli, um 10 Uhr in der Massenbacher Georgskirche verabschiedet. Ab 12 Uhr schließt sich eine Feier in der Mehrzweckhalle an.
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