"Wenn's was zu tun gibt, muss man anpacken"

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Ob Jugendfreizeit oder Gassenfest: Rose Hoffmann hilft ihrem Schluchterner Ski-Club immer - und das seit über 20 Jahren

Von Simon Gajer

Rose Hoffmann ist überrascht, dass über sie berichtet werden soll. Sie hilft immer ehrenamtlich im Ski-Club Schluchtern mit. Und das tut sie freiwillig, ganz ohne Amt. Von solchem Engagement schreibt die Heilbronner Stimme in dieser Serie, und nun soll über die 50-jährige Leingartenerin berichtet werden. Sie ist zurückhaltend und kommentiert ihren Einsatz ganz zögerlich. Es sei doch nicht außergewöhnlich, dass jemand im Verein helfe: "Das macht man halt", sagt sie nur.Das macht man halt - auch wenn es stressig wird. Darauf achtet Rose Hoffmann nie. "Wenn's irgendwo klemmt, muss man einfach dabei sein." So wie neulich, als die Ski-Jugend ein Wochenende zur Jugendfreizeit gegangen ist. Die Freizeiten hat Hoffmann die vergangenen Jahre über betreut. In diesem Jahr kam der Liederkranz mit einem Auftritt dazwischen, Rose Hoffmann konnte nicht mit. Ihre Skijungen und -mädchen ließ sie freilich dennoch nicht im Stich. Und so hat sie 80 Fleischküchle für die 20 bis 25 Skikinder vorbereitet, damit diese Hamburger essen konnten. "Das Essen kann ich Euch wenigstens noch machen", hat sie gesagt. Also stand sie donnerstags in der Küche. Freitags und samstags war sie für den Liederkranz da. Und montags? Da war sie ebenfalls wieder in Sachen Ski-Club unterwegs - beim Walken. Danach ging's zu ihr nach Hause zum Grillen. Sie müsse noch ein bisschen vorbereiten, entschuldigt sich die 50-Jährige beim Journalisten am Nachmittag. Noch habe sie keine Zeit gehabt, Stühle und Bänke aufzustellen oder den Grill herzurichten.Dieses große Engagement lobt Christa Funke, die seit kurzem die Ski-Abteilung leitet. "Rose Hoffmann ist immer hilfsbereit", weiß sie. "Wir bekommen nie ablehnende Worte." Man müsse einfach anpacken, erklärt die Skifahrerin Rose Hoffmann, die seit über 20 Jahren in der derzeit 250 Mitglieder großen Abteilung des SV Schluchtern aktiv ist. Das Mithelfen habe sie gelernt. Das gehöre zum Vereinsleben dazu: "Eigentlich ist es nicht Sinn der Sache, dass man in einen Verein geht, zahlt, und andere etwas machen." Sie weiß: Hilft niemand, "dann funktioniert nichts".Ihr geht es aber nicht nur darum, anderen etwas zu bieten. Aufbauen, Ausschenken, bei Aufführungen dabei sein, Abbauen - "das macht auch Spaß".Man lerne andere Vereinsmitglieder kennen, es sei lustig. Erst dieses gemeinsame Arbeiten "bringt Zusammengehörigkeit". Was entgeht Mitgliedern, die nichts tun? "Denen fehlt das Wir." Sie können nach einem Vereinsabend nur sagen: "Die haben's gemacht."Rose Hoffmann war mal offiziell verantwortlich für Jugendarbeit. Es hat ihr Spaß gemacht, doch sie wollte früh aufhören. Man dürfe nicht so lange im Amt sein, bis einem die Arbeit zu viel werde. Dann finde man keinen Nachfolger.Mittlerweile achtet Rose Hoffmann auch darauf, die Kinder und Jugendlichen zum Mithelfen zu animieren. Etwa beim Gassenfest, da stehen die Kleinen beispielsweise bei der Mohrenkopfschleuder oder verteilen Preise. Man müsse ihnen früh zeigen, dass sie mitanpacken sollen, dass es im Verein etwas zu tun gebe. "Ich finde es nicht gut, wenn Kinder nur die Hand aufmachen, etwas bekommen, aber nicht wissen, wo es herkommt", sagt sie.Die Jugendfreizeit ist rum. Das nächste Gassenfest steht an. Was macht Rose Hoffmann? "Da muss man freilich helfen."


 
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