Grazie und Anmut im stählernen Sportgerät
Sehenswerte Vorführungen bei den Württembergischen Meisterschaften im Rhönradturnen in der Schwaigerner Sporthalle

Aus vier Disziplinen, so Abteilungsleiterin Maren Tix, setzt sich der erste Teil der Wettkämpfe zusammen: der geraden Kür, dem Sprung, der Musikkür und der Spirale. Neun Mannschaften aus Baden Württemberg nehmen daran teil. Zu viert sind die Turnerinnen vom TSV Haubersbronn bei Waiblingen angereist. Die 17-jährige Franziska Hofer, die die Sportart seit der vierten Klasse ausübt, hat mit der "Kür gerade" ihren Einsatz bereits hinter sich gebracht. 7,05 von zehn möglichen Punkten hat sie erreicht und ist damit ganz zufrieden.
Dann ist Mannschaftskameradin Stefanie Fackler mit der Spirale dran. Schwungvoll tellert das Rhönrad über den Hallenboden. Die vier Ausführungskampfrichter, Schwierigkeitskampfrichterin Sandra Möck und Klaus Jipp, Landesfachwart und Oberkampfrichter für die Disziplinen Sprung und Spirale, verfolgen aufmerksam die Vorführung. Doch der Einsatz von Stefanie Fackler ist nur von kurzer Dauer. Sieben Elemente in ihrer Disziplin fehlen. "Unsere Bedingungen für das Training sind zu Hause äußerst schlecht", liefert sie die Erklärung. "Wir haben Parkettboden, und da rutschen die Räder einfach weg." Wenn auch die Voraussetzungen nicht optimal sind, ist es für die Haubersbronnerinnen wichtig, bei einem solchen Wettkampf mitzuwirken. "Dabei sein ist alles."
"Ich bin nicht so zufrieden mit meiner Kür, die hat sonst besser geklappt", sagt Patricia Röhrl, ganz außer Atem. Die Nervosität hat sie auch nach 14 Jahren Erfahrung noch nicht abgelegt. Im Gegenteil: "Es wird immer schlimmer." Unterdessen wärmt sich Lisa Model vom SV Edelfingen bei Bad Mergentheim auf. Zur Musik aus "Der Herr der Ringe" dreht sich die 15-Jährige anmutig im Rad. Erleichterung ist ihr ins Gesicht geschrieben, als die Melodie ausklingt. "Ich denke, es war ganz in Ordnung", meint sie und bekommt 5,45 Punkte. "Bei uns geht es um den Spaß am Turnen, und es ist für uns kein Unglück, wenn's mal nicht klappt", so Mannschaftskollegin Julia Aulenbach.
Für den Zuschauer lohnt es sich, auch den Pokalwettkämpfen beizuwohnen. Da geht es um Paar- und Synchronturnen.
Stimme.de