Wenn Linsen Regenplätschern simulieren
Beim Kinderferienprogramm bauen Jungen und Mädchen Didgeridoos und Regenmacher

Schwaigern - Ein dunkles Brummen ertönt. "Die Lippen ganz locker lassen und vibrieren", ermuntert Robin Plieninger noch einmal. Neuer Ansatz. Das Brummen wird klarer, ein richtiger Ton kommt aus dem Didgeridoo, dem Blasinstrument der australischen Ureinwohner heraus. Ganz klar, dieses Kind kommt in die Didgeridoogruppe. "Wer es nicht spielen kann, bei dem steht es ja nur zu Hause rum, dann macht lieber den Regenmacher", meint das Mitglied des Schwaigerner Musikvereins. Beim Kinderferienprogramm bastelt er mit dem Nachwuchs exotische Instrumente.
Abflussrohr Abflussrohre sind die Grundlage. Das klingt jetzt erst einmal nicht besonders exotisch, ist aber praktisch, denn wer will schon anfangen, Holzrohre zu schnitzen. Die Regenmachergruppe schnappt sich ihre Rohre und legt gleich los. Für die Holzoptik werden die grauen Plastikteile kurzerhand mit Folie in Holzoptik beklebt, soll ja schließlich auch was hermachen. Die Didgeridoo-Truppe macht es ihnen nach. Vorsichtig ansetzen und dann möglichst ohne Luftblasen aufrollen. Klappt das nicht ganz, muss die Folie eben mit dem Fingernagel nach außen gerieben werden.
Jonathan bekommt es fast blasenfrei hin und schneidet schon mal den überstehenden Rand mit einer Bastelschere ab. "Mein Papa hat auch ein großes Didgeridoo, da habe ich daheim schon mal geübt", erzählt der Siebenjährige. Jeweils rund 100 Löcher hat Plieninger auf den acht Rohren der Regenmacher spiralförmig vorgebohrt. Die Stärke ist 1,5 und da hinein müssen jetzt lauter Nägel in Stärke zwei. Kein einfaches Unterfangen, auch die erwachsenen Helfer haben Mühe.
Robin Plieninger eilt herbei und macht es vor. Ein schwererer Hammer, ein kräftiger Schlag und drin ist das spitze Ding. "Ihr dürft nur nicht zimperlich sein."
Lukas hat schon eine ganz eigene Technik entwickelt. "Ich bohre den Nagel zuerst ins Loch und haue dann einmal kräftig drauf", erklärt der Zehnjährige. Er hat keinen Ton aus dem Didgeridoo heraus gebracht, findet das aber gar nicht schlimm. "Ich hab zwar schon letztes Jahr hier einen Regenmacher gebaut, aber die waren ganz anders, dick und klein, und auch nicht so schön beklebt", erzählt er. "Wenn man jetzt in das Rohr reinschaut, sieht das mit den Nägeln schon cool aus", findet er und zeigt das Innenleben. Diese Nägel werden später die trockenen Linsen beim Fallen aufhalten und für das Regengeräusch sorgen.
Mundstücke Am Nebentisch verteilt Plieninger gerade lauter Bienenwachsstücke. Wie beim Original auch werden die Kinder damit das Mundstück formen. "Wir machen das gleich mit dem Fön und immer zu Zweit", erklärt er den Sechs- bis Elfjährigen und da ertönt auch schon das erste Rauschen, diesmal aber von einem Haartrockner.
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