Vom groben Ton zur filigranen Vase

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Susanne Schädel aus Obereisesheim zeigt Keramikkunst

Von unserer Mitarbeiterin Gabi Muth
Die gelernte Krankenschwester Susanne Schädel stellt ihre Werke aus Keramik aus. Um sich immer weiter zu verbessern, besucht sie regelmäßig Workshops.Foto: Muth
Die gelernte Krankenschwester Susanne Schädel stellt ihre Werke aus Keramik aus. Um sich immer weiter zu verbessern, besucht sie regelmäßig Workshops.Foto: Muth

Massenbachhausen - Filigrane und zarte Schalen und Vasen zieren die Tische im Atelier "Weibsbilder" in der Sinsheimer Straße. Hier stellt Susanne Schädel aus Obereisesheim ihre Kunstwerke aus Ton aus. "Seit 1998 arbeite ich mit diesem Werkstoff", erzählt sie − und der lässt sie gar nicht mehr los. "Ich kann einfach nicht aufhören, weil ich immer wieder neue Ideen habe". Um ihre Fingerfertigkeit und ihr Wissen um die Verarbeitung des irdenen Grundstoffs zu verfeinern, besucht die gelernte Krankenschwester immer wieder Workshops.

Einblicke Im Atelier der Massenbachhausener Künstlerin Thea Bayer-Rossi, präsentiert Susanne Schädel ihre Unikate. Sie erzählt viel zu den von ihr angewandten Techniken und gibt Einblicke in die Verarbeitungsweise. So werden beispielsweise die seiden glänzenden, schwarz-weißen Kunstwerke vor dem Brennen mit einem Stein so lange poliert, bis sie glatt sind. Dadurch, so erzählt die Künstlerin, wird der Ton so verdichtet, dass er nach dem Brennen einen seidenen Glanz entwickelt.

Bei den Körperplastiken soll die Oberfläche nicht glatt, sondern rau und strukturiert sein. Deshalb verwendet sie für diese Werkstücke groben Ton. Susanne Schädel hat sich auch auf die so genannte Pinch-Technik spezialisiert. Hier wird der Ton nicht auf der Töpferscheibe bearbeitet sondern ausschließlich in der Hand, erzählt die Künstlerin und zeigt ein begonnenes Werkstück. Was am Ende zur ausdrucksvollen Schale wird, beginnt mit einer Tonkugel, in die sie mit dem Daumen ein Loch drückt. Dieses wird durch Drücken immer weiter geformt, mit Wasser bearbeitet und dann wieder getrocknet. Am Ende fügt Susanne Schädel noch bunten Ton bei. Durch das Bearbeiten mit Schabern und Steinen entstehen wunderschöne Marmorierungen. Eine Woche vergeht, ehe ein Werkstück fertig gestellt ist.

Rauchbrand Die Chemikalien, die dem Rauchbrand zugesetzt werden, verwandeln den hellen Ton in dunkle Schattierungen. Und auch für die Werkstücke in Raku-Technik braucht Susanne Schädel Fingerspitzengefühl. Hier werden nämlich die Gefäße vor dem zweiten Brand mit einer speziellen Glasur versehen. Ton und Beschichtung müssen bei dieser Technik nicht nur die Hitze im tausend Grad Celsius heißen Ofen überstehen, sondern auch den Temperaturschock aushalten, denn die Gefäße werden heiß aus dem Gerät genommen.

Wer einen Blick in die Ausstellung werfen möchte, kann am kommenden Wochenende, 19. und 20. November, jeweils von 14 bis 18 Uhr ins Atelier in der Sinsheimer Straße 18 kommen. Dann ist die Künstlerin mit ihren Unikaten noch einmal vor Ort.

Nach oben  Nach oben