Über den Tellerrand hinausschauen

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Wöchentlicher Treff im Gambrinus: Nach einem Jahr zieht das Begegnungscafé „55 plus“ eine positive Bilanz

Von Josef Staudinger
Ihre Arbeit wird von den Besuchern geschätzt: Ein Teil des engagierten Organisations- und Helferteams.Foto: Josef Staudinger
Ihre Arbeit wird von den Besuchern geschätzt: Ein Teil des engagierten Organisations- und Helferteams.Foto: Josef Staudinger

Leingarten - In kurzer Zeit hat es sich zu einem beliebten Freitagstreff für Menschen im Vorruhestand und im Rentenalter entwickelt: das Leingartener Begegnungscafé der ökumenischen Arbeitsgruppe „55 plus“. Hier gibt es Kaffee, Butterbrezeln und belegte Brötchen, aber hier zählt auch Mitmenschlichkeit, Gewogenheit und ehrenamtliches Engagement. Im Jahr eins nach der Auftaktveranstaltung zieht das elfköpfige Organisations- und Helferteam eine positive Bilanz.

Lebensqualität Der stellvertretende Geschäftsführer und Abteilungsleiter für offene Altenarbeit des Kreisdiakonie-Verbandes Heilbronn, Richard Siemiatkowski-Werner, betrachtet das Begegnungscafé als „sinnerfüllende Freizeitgestaltung nach dem Berufsleben“. Gegenseitige Hilfestellung und Unterstützung bedeute für die Gäste ein Stück Lebensqualität. Mitinitiator Siemiatkowski-Werner findet es bemerkenswert, wie selbstständig die Veranstaltungen im Bistro Gambrinus von einer engagierten Schar junger Senioren abgewickelt werden. Nicht selbstverständlich sei es auch, dass die Gaststätte von den Besitzern Stephanie und Klaus Kaiser kostenlos zur Verfügung gestellt werde.

Das „55 plus“-Angebot beschränkt sich mittlerweile nicht nur auf das Begegnungscafé. Unter Leitung von Dori Keller-Frasch wird jeden Mittwoch von 9.30 bis 11 Uhr im Festsaal des Awo-Pflegeheims am Leinbach „Tanzen in ansprechender Runde“ angeboten. „Wir müssen uns nach außen öffnen“, meint Siemiatkowski-Werner und verweist auf ein weiteres Bonbon mit namhaften Referenten: Die Gesundheits- und Infotage, die am 2. Februar, ebenfalls im Awo-Haus, beginnen.

„Unsere Erwartungen haben sich voll und ganz erfüllt“, resümiert Moderator Klaus Maurieschat. 25 Frauen und Männer seien vergangenes Jahr durchschnittlich anwesend gewesen. Das wöchentliche Beisammensein beschränke sich nicht nur drei Stunden lang aufs Reden. Es gebe immer ein interessantes Thema, und die Sommerpause werde mit Ausflugs- und Besichtigungsfahrten überbrückt.

Glockenläuten In kurzen Zügen stellt Maurieschat den Besuchern an diesem Morgen das Jahresprogramm für 2009 vor. Es lohne sich immer, Kontakt untereinander zu knüpfen und dabei über den Tellerrand hinauszuschauen, sagt er, bevor er Heiner Wolff das Wort erteilt. Das Organisationsteam-Mitglied hat mit der Läuteordnung der Leingartener Kirchen ein interessantes Thema parat. Gebannt lauschen die mittlerweile 27 Gäste seinen Ausführungen. Die Zugezogenen würden teilweise nicht einmal den Unterschied zwischen dem Glockenschlagen und dem -läuten kennen, schmunzelt Wolff.

Im Gegensatz zu den beiden evangelischen Kirchen werde bei der katholischen St. Lioba- und St. Pankratiuskirche das Läutwerk eher sparsam eingesetzt. Es sei erstaunlich, dass von der Schluchterner Martin-Luther-Kirche beim „Vaterunser“ während der Gottesdienste an Karfreitag, Buß- und Bettag, der Konfirmation und dem Erntedankfest alle Glocken ertönen, während in der Großgartacher Lorenzkirche nur die tiefe Betglocke erklingt.

Doris Pfeiffer ist regelmäßige Besucherin des Begegnungscafés. Ihr gefällt die lockere Atmosphäre und das ausgewogene Themenangebot. „Wenn's die Zeit zulässt“, ist Inge Götz anwesend. Die Nordheimerin, die teilweise noch berufstätig ist, nimmt auch gerne das Tanzangebot in Anspruch.

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