Frau Weihnachtsmann macht den Hausputz

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Vorfreude in Massenbachhausen: auf den Nikolaus und das Ende der Baustelle

Von Klaus Thomas Heck
Hauruck: In der Rosenstraße und im Rosenberg werden die Bordsteinkanten gesetzt. Bis 15. Dezember soll der Umbau abgeschlossen sein.
Hauruck: In der Rosenstraße und im Rosenberg werden die Bordsteinkanten gesetzt. Bis 15. Dezember soll der Umbau abgeschlossen sein.

Plätzchen-Nascher Woher kriegt der Weihnachtsmann wohl seine Geschenke? „Aus dem Spielzeugladen.“ - „Oder er klaut die.“ - „Quatsch, der Nikolaus ist doch kein Dieb.“ Am Donnerstagmorgen diskutiert im Kindergarten Regenbogen eine muntere Expertenrunde über den dicken, alten Mann, der aussieht, als würde er bald aus seinem Mantel platzen.

„Der nascht zu viele Plätzchen“, findet Mailie Aybar (5), die sich auf den Nikolaus-Besuch nächste Woche freut. Neues Spielzeug steht ganz oben auf ihrer Wunschliste. Aber was macht der freundliche Rauschebart eigentlich, wenn er seine Geschenke verteilt hat? „Vielleicht hat er einen Nebenjob als Schneemann“, sagt Berkan Killi (5), verwirft den Gedanken aber schnell wieder. Vermutlich muss er sich im Sommer einfach nur ausruhen vom Weihnachtsstress, „irgendwo am Strand oder im Freibad“.

Und Frau Nikolaus? „Die gibt’s gar nicht“, glauben Sally, Mailie, Marko, Berkan und Fitim. Nur Tim Schell (6) ist anderer Meinung: „Wer sollte denn sonst sein Haus putzen? Das macht seine Frau. Und Holz hackt sie auch.“

Weihnachts-Engel Nein, sagt Kindergartenleiterin Martha Engel später, besinnlich sei die Stimmung derzeit noch nicht. Zwar haben die Kleinen schon ihre Geschenke-Strümpfe für den Nikolaus aufgehängt, Weihnachtsmänner aus Tannenzapfen gebastelt und hier und da liegen Adventskranz oder eine Zipfelmütze rum - aber kreischen und lachen tun die Kinder nach wie vor. Nur am 6. Dezember ist das anders. Dann schaut bei Kerzenschein der Nikolaus persönlich vorbei, um zu kontrollieren, wer das ganze Jahr brav war. Dass es ihn wirklich gibt, davon sind alle überzeugt. Nur vor einigen Jahren war der Herr mit der Rute irgendwie seltsam. Da trug er an seinem Finger den gleichen Ring wie Martha Engel. Aber warum? Sie schmunzelt: „Das konnten wir uns auch nicht erklären.“

Holz-Profi So beliebt wie im Dezember ist Hans-Peter Schwarz (50) selten. Dann wird der Polizist zum Weihnachtsbaum-Verkäufer. Seit 1984 verkauft Familie Schwarz - früher Vater Egon, nun sein Sohn - Tannen aus der eigenen Kultur. Schon jetzt sind in seinem Wäldchen Richtung Gemmingen einige Stammkunden unterwegs, um mit Kreuzchen ihre Wunschbäume zu markieren. „Es wird ein gutes Jahr“, glaubt Schwarz, der sich aber erst ab dem 8. Dezember an den Holzeinschlag machen wird. „Dann sind die Bäume schön frisch.“ Und für jeden gefällten Baum wird im Frühjahr ein Nachfolger gepflanzt. Serbische Fichten und Nordmanntannen seien derzeit die Renner, sagt Hans-Peter Schwarz. Rotfichten, die bis in die 90er Jahre am beliebtesten waren, sind dagegen Ladenhüter. „Die nadeln den Leuten zu stark.“ Die Massenbachhausener sind eben wählerischer geworden.

Steine-Klopfer Tok-tok-tok. Wrum-wrum. Auch im Rosenberg und in der Rosenstraße ist’s alles andere als besinnlich. Noch zwei Wochen, dann kehrt auch im Sanierungsgebiet im westlichen Ortskern endlich Ruhe ein. „Heiligabend können die Anwohner in ihrer neuen Straße feiern“, sagt Polier Michael Riemer und hämmert einen Bordstein in den Untergrund. Mit drei bis sieben Kollegen bringt er seit Monaten die Straßen auf Vordermann und ist gut im Zeitplan. Das Kanalnetz wurde saniert, Wasserschächte ge- und Kabel verlegt. Nun stehen noch die neuen Bordsteine, Schotterarbeiten und der Asphalt auf dem Programm. Das Wetter spielt mit: Wenig Regen, kaum Frost. Riemer ist zufrieden.

Es ist Massenbachhausens größte Baustelle des Jahres - 278 000 Euro teuer. Mit 85 000 Euro ist das Land beteiligt. Ergebnis ist ein einheitliches Betonsteinpflaster im Zentrum, nur in der Kronengasse muss die „Lücke“ 2007 noch geschlossen werden.

Der Weihnachtsmann kann kommen: Die Kleinen vom Kindergarten Regenbogen haben ihre Geschenke-Strümpfe schon aufgehängt.
          Fotos: Klaus Thomas Heck
Der Weihnachtsmann kann kommen: Die Kleinen vom Kindergarten Regenbogen haben ihre Geschenke-Strümpfe schon aufgehängt. Fotos: Klaus Thomas Heck
Nach oben  Nach oben