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Schlaflied für einen Kürbis

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Schwaigern/Brackenheim - „Vor langer, langer Zeit lebte einmal ein Mann, der hatte drei Frauen. Die erste Frau bekam ein Kind.

Von Ulrike Maushake
„Lala, lala Mtoto“: Zwei Chöre üben für die Aufführung eines wunderschönen Musicals. Der Brackenheimer Kinder- und Jugendchor und die Stettener Grünschnäbel freuen sich auf ihre Auftritte.
          Foto: Ulrike Maushake
„Lala, lala Mtoto“: Zwei Chöre üben für die Aufführung eines wunderschönen Musicals. Der Brackenheimer Kinder- und Jugendchor und die Stettener Grünschnäbel freuen sich auf ihre Auftritte. Foto: Ulrike Maushake

Schwaigern/Brackenheim - „Vor langer, langer Zeit lebte einmal ein Mann, der hatte drei Frauen. Die erste Frau bekam ein Kind. Die zweite Frau bekam ein Kind. Und die dritte Frau...?“ Der alte Babu erzählt eine Geschichte, und in der Brackenheimer Grundschule tauchen 60 Kinder aus zwei Chören in eine fremde, ferne Welt. „Mtoto Boga - Das Kürbiskind“ heißt das Musical, das sie einstudieren, und ihre Chorprobe steht bereits ganz im Zeichen der baldigen Aufführung.

Gebet wird erhört Zunächst hatten die Kinder weiße T-Shirts zum Batiken mit Bindfaden abgebunden. Die sollen von Elisabeth Kemmler-Daniel zuhause in der Waschmaschine gefärbt werden. Als „Mädchen für alles“ bezeichnet sich die Vorsitzende des Brackenheimer Kinder- und Jugendchors, der 1997 von Hans-Georg Hippler ins Leben gerufen wurde. Das Jubiläum soll gefeiert werden, zusammen mit dem Kinderchor „Grünschnäbel“ vom Gesangverein Edelweiß aus Stetten und mit der gemeinsamen Aufführung eines afrikanischen Märchens, in dem das Gebet einer Frau erhört wird: „Lieber Gott, schenk mir doch ein Kind, auch wenn es nur ein Kürbis ist.“

Lebhaft geht es zu bei der Chorprobe. Mit einem scharfen Pfiff auf zwei Fingern bringt Katica Schilling Ruhe in die große Gruppe. Sie führt Regie. „Tanzen und Singen gleichzeitig, damit tun wir Erwachsenen uns schwer“, sagt sie. „Die Kinder aber schaffen das leicht.“

Auch die Zweisprachigkeit der Lieder bereitet ihnen keine Schwierigkeiten: „Lala mtoto mpendwa usilie nifu rahi“: Sie bewegen sich wiegend durch die Halle und singen ein anrührendes Schlaflied für einen Kürbis.

Eskimos und Afrikaner In der typischen, weichen Lautung, zum Teil recht schwierigen Rhythmen und der ungewohnten Melodieführung afrikanischer Lieder. „Pentatonik. Eine Tonreihe ohne Halbtöne, schön zu singen“, erläutert Hans-Georg Hippler, der musikalische Leiter des Projekts. Die Pentatonik, sagt er, fände man bei den Eskimos ebenso wie bei den Afrikanern.

Der Gesang der Kinder wird mehrstimmig, und auch der Klang des Akkordeons von Hans-Georg Hippler verzaubert die Schulhalle. Bei der Aufführung wird ein ganzes Orchester die Kinder begleiten. „Kleine Schritte, leise klatschen, nicht stampfen“: Zarah Abendschön-Savall, die Leiterin der Stettener Grünschnäbel, wiegt ihr eigenes Baby nach dem afrikanischen Wiegenlied, während sie mit den jungen Sängerinnen und Sängern die wunderschönen, anrührenden Lieder einübt, Gesang und Bewegung koordiniert. Die Kinder sind offensichtlich mit Spaß bei der Sache. „Wolken schweben weit übers Land, über Meere, Wüsten und Bäume, bringen dir aus Afrika Freundschaft und gute Träume“, singen sie. „Klasse!“, sagt Zarah Savall-Abendschön. „Ich bin stolz auf euch!“

Das Musical „Mtoto Boga - Das Kürbiskind“ wird zwei Mal aufgeführt. Am Samstag, 21. April um 19.30 Uhr in Schwaigern-Stetten in der Mehrzweckhalle. Und am Sonntag, 6. Mai im Brackenheimer Bürgerzentrum, im Zuge des Festkonzerts zum zehnjährigen Bestehen des Kinder- und Jugendchors. Beginn ist um 15 Uhr.

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