Wohnungseinbrüche bleiben ein Problem
Zahl der Straftaten im Bereich des Polizeireviers Lauffen rückläufig

Auch wenn jede Straftat eine zu viel ist: Für 2015 fällt die Bilanz von Polizeirat Jens Blessing, Leiter des Polizeireviers Lauffen, positiv aus. "Die Fallzahlen sind insgesamt deutlich zurückgegangen", sagt er mit Blick auf seinen Zuständigkeitsbereich. Konkret: 2554 Straftaten fanden Eingang in die polizeiliche Kriminalitätsstatistik. Das sind 267 oder 9,5 Prozent weniger als im Jahr davor. Erfreulich: Die Aufklärungsquote wurde von 53,8 auf 59,4 Prozent gesteigert.
Die Rückgänge der Straftaten betreffen fast alle Deliktsbereiche (siehe Hintergrund), mit Ausnahme der einfachen Diebstähle und des sogenannten Wohnungseinbruchsdiebstahls. Der bleibt ein Schwerpunktthema. Nachdem schon 2014 eine deutliche Zunahme zu verzeichnen war, setzte sich der Anstieg fort. 86 Einbrüche wurden registriert, 14 mehr als 2014 (plus 19,4 Prozent).
Spitzenreiter Klarer Spitzenreiter dieser Statistik ist Leingarten mit 25 Einbrüchen (Vorjahr: 22) vor der Nachbarkommune Schwaigern mit 16 (10). Mit deutlichem Abstand folgen Lauffen (11), Brackenheim (9), Güglingen (7), Zaberfeld (6), Nordheim (4), Massenbachhausen (4), Neckarwestheim (2), Pfaffenhofen (2). Nur Cleebronn blieb verschont.
Dass das Leintal bei den Einbrüchen ganz vorne rangiert, führt der stellvertretende Revierleiter, Erster Polizeihauptkommissar Thomas Klein, vor allem auf die Verkehrsanbindung zurück: "Leingarten ist gut mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen." Aber sind Einbrecher tatsächlich mit der Stadtbahn unterwegs? Ausschließen will Klein das nicht. Denn Einbrecher haben es selten auf schwere Geräte abgesehen. Sie nehmen lieber mit, "was sich schnell und leicht transportieren lässt". Schmuck, Geld, Handys.
Aufklärung In Brackenheim gab es eine Festnahme, in deren Folge drei Wohnungseinbrüche aufgeklärt werden konnten. Da waren die Täter mit öffentlichen Verkehrsmitteln gekommen. Fundierte Aussagen sind dennoch schwierig, da nur fünf der 86 Wohnungseinbrüche aufgeklärt werden konnten (5,8 Prozent). Überhaupt stellt sich das Thema Aufklärungsquote sehr unterschiedlich dar. Bei den Ladendiebstählen oder beim Schwarzfahren liegt sie bei 100 Prozent, weil man den Täter erwischt. Bei den Sachbeschädigungen und den Diebstählen beträgt sie nur etwa zwölf Prozent. Rohheitsdelikte wiederum werden in fast 95 Prozent der Fälle aufgeklärt − weil der Täter dem Geschädigten oft bekannt ist.
Da es insgesamt weniger Fallzahlen gab, ging auch die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen zurück: 1288 waren es 2015, 113 weniger als im Jahr davor. Ein Drittel (429) waren Nichtdeutsche. Gegenüber 2014 bedeutet das einen leichten Anstieg von 2,6 Prozent.
Wie verteilen sich die Straftaten auf das Revier? Mit jeweils 479 Fällen liegen Brackenheim und Lauffen an der Spitze, gleich dahinter folgt Leingarten (464). Die weitere Reihenfolge: Schwaigern (390), Güglingen (215), Nordheim (204), Zaberfeld (103), Neckarwestheim (66), Cleebronn (61), Pfaffenhofen (49), Massenbachhausen (44).
Was auffällt: Zehn der elf Kommunen im Neckar-Zaber-Gebiet und im Leintal melden ein − teilweise kräftiges − Minus bei den Fallzahlen. Leingarten fällt aus der Reihe: Nur dort sind die erfassten Straftaten gestiegen, und zwar deutlich: von 363 auf 464. Ein genauerer Blick auf die Gemeinde zeigt, dass es beispielsweise mehr Diebstähle gab: 152 statt 115. Sachbeschädigungen wiederum gingen zurück, von 66 auf 50. Entscheidender Punkt dürften die Vermögens- und Fälschungsdelikte sein, die von 68 auf satte 167 anstiegen. Auch wenn die ortsbezogene Feinanalyse noch aussteht, geht Revierleiter Blessing von einer Betrugsserie im Internet aus. "Wenn aus jeder Bestellung ein Betrug wird, hat man ruckzuck aus einer Täterfamilie 30, 40 Betrugsfälle."
Mit Bewertungen und Rückschlüssen tut sich Blessing dennoch schwer. "Wir haben keinen homogenen Zuständigkeitsbereich. Und die Zahlen unterliegen oft starken Schwankungen", sagt er. So gehörte Leingarten 2014 zu jenen vier Gemeinden mit einer rückläufigen Zahl der Straftaten. In allen anderen Kommunen gab es Anstiege.


Stimme.de