Statt Habicht und Adler lieber zwei Politiker
Schnitzkunst: In Fritz Layhers Garten schauen sich Angela Merkel und Wladimir Putin grimmig an

Nach Jahren haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin gerade mal wieder in Berlin zu Gesprächen getroffen. Im Garten von Fritz Layher in Eibensbach begegnen sich die beiden Politiker, die sonst auf der Weltbühne agieren, dagegen ständig − als Holzfiguren.
Prachtexemplare Vier Mammutbäume hat Fritz Layher im Januar in seinem Garten fällen müssen. 45 Jahre lang standen die prachtvollen Exemplare dort, waren 30 Meter hoch. "Ich wollte nicht, dass meine Lieblingsbäume einfach spurlos verschwinden", erklärt der 79-Jährige. Er wollte etwas daraus machen. Der übliche Habicht oder ähnliches schien ihm aber nicht das Richtige. Stattdessen ließ Layher von dem Cleebronner Künstler Pit Ruge aus zwei Baum-stümpfen Merkel und Putin schnitzen. Jetzt schauen sich die beiden, von der Straße aus gut sichtbar, ziemlich grimmig an. Irgendwie will Layher damit auch ein politisches Statement verbinden. Sein Herz für Russland und die dort lebenden Menschen habe er schon vor vielen Jahren entdeckt. Zwei weitere Riesen ließ Layher im Garten bearbeiten. Diese Schnitzwerke zeigen ihn und seine Frau Liese. Auch diese Bäume waren kaputt gegangen, was der Eibensbacher auf den Untergrund, Keuperfelsen, zurückführt: "Der ist eigentlich nicht geeignet." Das Fällen der Mammutbäume beschreibt er als abenteuerliche Geschichte. Ein junger Mann sei mit der Einhandmotorsäge hoch geklettert, habe sie zweimeterweise abgesägt.
Hühner Eigentlich ist der Garten eher Liese Layhers Revier, Fritz Layher hilft nur mit, übernimmt beispielsweise das Rasenmähen. Überall gibt es hier etwas zu gucken. Kleine und große Figuren. Vogelhäuschen. Eine Wand mit Jagdtrophäen aus Polen. Und im Hintergrund gackern Hühner.
Vieles hat hier eine Geschichte. So auch die große Stahlglocke in der Hofeinfahrt. Die stammt aus Braunsbach, und Fritz Layher hat sie für seine Mutter aufgehängt. "Die hat immer gesagt, für mich würden die Glocken nicht läuten, wenn ich sterbe, weil ich nie in die Kirche gehe", erzählt er schelmisch. Also besorgte er sich das ausgemusterte Monstrum und meinte zu seiner Mutter, nun könne sie ja läuten, wenn es soweit sei.

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