Kleiner Kader bleibt Problembereich
Trotz des sportlichen Abstiegs spielt das Damen-Team des FSV auch 2016/17 in der Bezirksliga

Die größte Baustelle hat sich für die Damen-Mannschaft des FSV Schwaigern von selbst erledigt. Trotz des sportlichen Abstiegs in die Kreisliga darf das Team auch in der kommenden Saison weiterhin in der Bezirksliga um Punkte kämpfen. Zwar gab es in der Relegation ein 0:4 gegen die SG Gundelsheim. Doch der FSV profitierte nun vom Rückzug des SV Sülzbach II, geht damit nun in seine elfte Spielzeit in der Bezirksliga.
Aufgelöst Auch eine weitere Problemzone hat sich aufgelöst. Die Trainerfrage ist geklärt. Patrick Buch hat ab sofort weniger Zeit für seine Fußballfrauen zur Verfügung, weil er als Werkzeugvertreter beruflich jetzt im Außendienst unterwegs ist. Er fährt zu Kunden ins Kocher- und Jagsttal. Daher brauchte er dringend Unterstützung, zumal der bisherige Co-Trainer aufgehört hat. Die Fußball-Frauen trainieren zweimal pro Woche, dienstags und freitags. Das Dienstag-Training übernehmen zur neuen Saison der aus der A-Jugend gekommene Maurice Piller und Marc Sureda aus der Seniorenmannschaft als Co-Trainer. Hier hat man also eine interne Lösung gefunden.
Das Kernproblem bleibt jedoch: Der Kader ist recht dünn besetzt. Dass es sportlich überhaupt soweit bergab ging, lag an mehreren Faktoren. "Wir haben vor der Saison einen Umbruch gehabt", sagt Patrick Buch. Zwei Spielerinnen haben das Team wegen ihres Studiums verlassen. Torjägerin Egzona Etemi aus dem Kosovo, die 54 Tore in zwei Spielzeiten geschossen hatte, hörte im Sommer 2015 auf.
Hinzu kamen drei Langzeitverletzte: Eva Großhans zog sich einen Kreuzbandriss zu, Laura Schmidt verletzte sich am Innenmeniskus, und Fenja Binkele stieg wegen Knorpelschäden in beiden Knien aus. "Im Oktober", erzählt Patrick Buch, "standen wir plötzlich nur noch mit sieben Spielerinnen in der Kabine und haben überlegt, ob wir aufhören sollten." Sie entschieden sich fürs Weitermachen, suchten intensiv neue Spielerinnen. Mit Erfolg: Acht Neuzugänge meldeten sich an, allerdings hatten nur zwei von ihnen das gehobene Niveau, das sich die Verantwortlichen erhofft hatten. Die beiden Spielerinnen wurden rasch in die Mannschaft eingebaut. Die weiteren Spielerinnen waren Neu- oder Wiedereinsteigerinnen, die noch ihre Zeit brauchen werden, herangeführt zu werden. Zurzeit steht Patrick Buch auf dem Papier ein 18-köpfiger Kader zur Verfügung. Darunter befinden sich allerdings fünf Fußballerinnen, die ab Herbst im Studium sind.
"Drei bis vier Spielerinnen mit Erfahrungen würden uns noch guttun", sagt der Trainer. Eine davon sollte im Idealfall eine Torhüterin sein, denn die bisherige Stammkeeperin Jasmin Ott plant nach ihrem Abitur im Frühjahr 2017 ein Auslandsjahr.
Viel Spaß Trotz dieser schwierigen Umstände findet Mannschaftsführerin Sarah Hauck gute Gründe, warum sie seit Jahren beim FSV spielt: "Die Gruppe ist schon seit der B-Jugend zusammen. Es macht viel Spaß", sagt die 20-jährige Mittelfeldspielerin. Alessia Jäger − ebenfalls Spielführerin − sieht es ähnlich. Auch sie ist bereits seit acht Jahren dabei. Nachteilig wirkt sich der fehlende Unterbau aus. Buch: "Seit zwei Jahren haben wir keine Jugend mehr im Damenbereich." Erschwerend kommt hinzu, dass es in der Nachbarschaft mit Leingarten, Fürfeld, Kirchhausen, Dürrenzimmern und Stetten viele Damenteams und damit viel Konkurrenz im Kampf um Spielerinnen gibt.
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