Gemeinschaft erleben beim Public Viewing
Auf dem Campingplatz von Gitta Stauber bleiben aufgrund des schlechten Wetters die Plätze leer

Kaffeenachmittag Wenn das Wetter trocken ist, hält die Jungen und Mädchen vom evangelischen Kindergarten "Arche Noah" nichts mehr im Haus. Im Garten des Horts wird geschaukelt und mit den Fahrzeugen durch die Gegend geflitzt. Am kommenden Mittwoch geht es im Hort rund. Denn dann kommen die Omas und Opas der Niederhofener Sprösslinge zu Besuch. Die Kinder und ihre Erzieherinnen präsentieren den Senioren ein Tischtheater über die Raupe Nimmersatt, singen das Lied vom Schmetterling, basteln und es gibt Kaffee und Kuchen.
Unkraut Bei ihrer Oma fühlen sich der fünfjährige Theo und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Jakob pudelwohl. Während Rösle Decker in ihrem Vorgarten Unkraut jätet, düsen die beiden Jungs mit ihren Traktoren über den Gehweg. "Solange die Sonne scheint, gehen wir raus", sagt Rösle Decker. Doch schon ziehen wieder dicke Regenwolken über den Schwaigerner Teilort, und die nächsten Tropfen sind im Anmarsch. Mit Blick auf die Überschwemmungen in der Region sagt die Rentnerin: "Wir sind bis jetzt gnädig davongekommen."
Verkehrshindernis Den Autofahrern eine freie Sicht verschaffen − das ist der Job von Ralf Höfle und Alexander Kornherr. Die beiden arbeiten bei der Straßenmeisterei Brackenheim und mähen mit ihrem Unimog die Banketten zwischen Stetten und Niederhofen. Während Höfle das Fahrzeug lenkt und die vorderen Mähwerke bedient, lenkt Alexander Kornherr den hinteren der drei Mäharme. "Wir sind ein Verkehrshindernis, doch die Autofahrer haben nicht immer Verständnis dafür."
Wohnwagen Unter den ständigen Regenfällen leidet auch Gitta Stauber, die am Niederhofener Ortsrand den Campingplatz Oberes Leintal betreibt. "Es läuft dieses Jahr schlecht, das Wetter macht einfach nicht mit", sagt sie deprimiert. Einige Plätze bleiben deshalb leer, denn viele von den Gästen, die sich zunächst anmelden, reisen dann doch nicht an. Uli Kübler und Andy Beck aus Brackenheim sind Dauermieter. Auf ihrem kleinen Areal steht ihr Wohnwagen, ein Zeltdach sorgt dafür, dass es unter dem gemütlichen Freisitz nicht nass wird. "Wir haben eine Wohnung in der Altstadt − aber keinen Balkon und keinen Garten", erzählen sie. "Die Ruhe hier ist genial, es zwitschert an allen Ecken und Enden."
Fußball Alle freuen sich schon auf den nächsten Dienstag, wenn Deutschland bei der Fußball-Europameisterschaft gegen Nordirland antreten wird. Denn immer wenn Jogis Jungs kicken, stellt der Niederhofener Ralph Schilling für das Public Viewing seine Betriebshalle im Husarenweg zur Verfügung. Er schafft gerne die Voraussetzung für das tolle Gemeinschaftserlebnis. Der Turn- und Sportverein sowie die evangelische Kirchengemeinde übernehmen die Bewirtung. "Es hat im eigentlichen Sinn nichts mit der Kirche zu tun", sagt Pfarrer Friedrich Bahret. "Aber es ist immer eine ganz tolle Atmosphäre, und es ist ein Zeichen für ein gutes Miteinander im Ort."


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